Rechtsextremisten verlieren Büro in Siegen

Schild mit Logo des dritten Wegs

Rechtsextremisten verlieren Büro in Siegen

Von Fritz Spengart

Die Splitterpartei "Der Dritte Weg" muss ihr Büro in Siegen wieder abgeben. Der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Es war das einzige offizielle Büro in NRW.

"Sie sind noch nicht aus der Welt", sagt Alon Sander von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. "Es ist aber schon gut, dass ihnen das Leben schwer gemacht wird."

Letztes Jahr war er mit einer Gedenkgruppe in der Nähe des Büros unterwegs. Damals wurden sie in ihrem Gedenken von Menschen aus dem Parteibüro gestört.

"Die haben uns antisemitisch beleidigt", erzählt Sander. "Die Leute waren total fertig, dass so was im 21. Jahrhundert überhaupt noch passieren kann."

Zieht sich "Der Dritte Weg" wieder nach Olpe zurück?

Mitglieder des dritten Wegs bei einer Demonstration

Mitglieder des dritten Wegs bei einer Demonstration

"Der Dritte Weg" war ursprünglich vor allem im Kreis Olpe aktiv. Das liegt daran, dass mit Julian Bender einer der Hauptprotagonisten der Partei dort wohnt. Mit dem Büro haben sich die Aktivitäten der Rechtsextremen aber zunehmend Richtung Siegen verlagert.

Außenaufnahme des Standortes in Siegen

Parteibüro in Siegen

Die Anmietung des Ladenlokals wurde auch im Verfassungsschutzbericht 2020 mit Sorge erwähnt. Darin heißt es, "Der Dritte Weg" versuche so Räume zu schaffen, in denen Rechtsextreme möglichst ungestört ihren Aktivitäten nachgehen können.

Sebastian Kenn vom Aktionsbündnis Siegen gegen Rechts will sich nicht zu früh freuen: "Es gibt hier viele freie Wohnungen. Gut möglich, dass sie einen neuen Ort finden. Wir hoffen, dass das nicht passiert."

Rechtsextremisten verlieren Büro in Siegen 02:38 Min. Verfügbar bis 14.09.2022

Stand: 14.09.2021, 13:10