Treffen der rechten Szene: Vermieter in Kirchhundem getäuscht

Springerstiefel

Treffen der rechten Szene: Vermieter in Kirchhundem getäuscht

  • 600 Anhänger der rechten Szene trafen sich in Kirchhundem
  • Boxsportveranstaltung in Schützenhalle
  • Laut Polizei blieb alles friedlich
  • Schützen vermieteten Halle an Privatperson und fühlen sich getäuscht

In Kirchhundem haben sich am Samstagabend (14.10.2017) rund 600 Anhänger der rechten Szene zu einer Box-Veranstaltung getroffen. Nach Angaben der Polizei blieb alles ruhig. Die Polizei hatte nachmittags Hinweise auf die Veranstaltung bekommen. Sie beobachtete sie mit einem größeren Aufgebot an Beamten.

Der Vermieter der Schützenhalle in Kirchhundem, der Schützenverein, erklärte, er sei von den Mietern getäuscht worden und habe nichts über die Hintergründe der Veranstaltung erfahren.

Schützenverein rechtfertigt sich

Wie der Vorstand am Montag (16.10.2017) dem WDR sagte, habe der Schützenverein im Mai mit einer Privatperson aus Dortmund den Mietvertrag abgeschlossen. Der habe einen seriösen Eindruck gemacht und erklärt, dass er eine vereinsinterne Meisterschaft von jungen Boxern organisiere. Zu der würden nur Eltern oder Verwandte kommen.

Der Vorstand des Schützenvereins betont, dass sie dem Mann die Halle nie vermietet hätten, wenn sie auch nur den Verdacht gehabt hätten, dass es sich um eine rechtsextremistische Organisation handelt.

Größte Kampfsportveranstaltung der Szene

Ortsschild von Kirchhundem

Unter dem Titel "Kampf der Nibelungen" versammeln sich Anhänger der rechten Szene aus ganz Deutschland und den angrenzenden Staaten einmal im Jahr. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden ist es die größte Kampfsportveranstaltung der rechten Szene in Deutschland.

Die Polizei in Hessen hatte zunächst Hinweise darauf, dass die Veranstaltung dort stattfinden sollte. Weder auf einem Veranstaltungsplakat noch im Internet war der Ort angegeben.

In Hessen hatte das Landesinnenministerium Städte und Gemeinden informiert und vor dem Treffen gewarnt, berichtete der Hessische Rundfunk Ende September. Auch das Datum, der 14. Oktober, sei damals schon bekannt gewesen.      

Stand: 16.10.2017, 14:26