Land will abgelehnte Asylbewerber weiter zentral unterbringen

Land will abgelehnte Asylbewerber weiter zentral unterbringen

  • Einbruchszahlen in Oerlinghausen gestiegen
  • Anwohner vermuten Täter unter Asylbewerbern
  • Land hält an zentraler Unterbringung fest

Rund um ein Heim für abgelehnte Asylbewerber in Oerlinghausen ist die Zahl von Einbrüchen gestiegen. Das Land will dennoch an der zentralen Unterbringung festhalten.

In dem ehemaligen Klinikgebäude leben mehr als 400 Flüchtlinge - fast 100 mehr als vor einem Jahr. Zwei Drittel kommen aus einer Unterkunft für Asylbewerber mit geringer Bleibeperspektive, die im April geschlossen wurde.

Flüchtlinge ohne Perspektive in Oerlinghausen

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen | 10.01.2018 | 05:20 Min.

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Keine Beweise für Zusammenhang

Zwar gibt es keine Beweise, dass die Bewohner für die gestiegenen Einbruchszahlen in der Umgebung verantwortlich sind. Der Verdacht wird jedoch von der Polizei und der Lokalpolitik geteilt.

Die meisten Bewohner kommen aus sogenannten sicheren Herkunftsländern und haben daher keine Bleibeperspektive. Gerade diese Asylsuchenden, so zeigt eine neue Studie der Bundesregierung, werden häufiger straffällig als andere.

Die Forderung des Stadtrats, solche "schwierigen Fälle" auf mehrere Einrichtungen zu verteilen, hat dennoch wenig Chancen. Am Mittwoch (10.01.2018) hatte das Integrationsministerium auf Anfrage des WDR betont, an der bisherigen Praxis festhalten zu wollen.

Gemeindebund stützt Landesposition

Unterstützung für die Position der Landesregierung gab es am Donnerstag vom Städte- und Gemeindebund. Die zentrale Unterbringung von Asylbewerbern ohne Bleibeperspektive ermögliche grundsätzlich eine bessere Kontrolle des Klientels, sagte Sprecher Andreas Wohland. Allerdings müsse das Land solche Einrichtungen auch besonders unterstützen.

Dabei gehe es zum einen um eine bessere Betreuung der Bewohner, zum Beispiel durch Angebote der Berufsausbildung. Gleichzeitig müsse die Polizei genug Personal und Mittel erhalten, um eine "engmaschige" Strafverfolgung zu ermöglichen, so Wohland.

Polizeigewerkschafter fordert mehr Personal

Alles deute darauf hin, dass die Probleme in Oerlinghausen von wenigen Intensivtätern ausgingen, sagt Sebastian Fiedler, NRW-Vorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamter. Um das in den Griff zu bekommen, bräuchte es eine Ermittlungskommission von "zehn Leuten plus x". Aus polizeilicher Sicht sei nichts gegen eine zentrale Unterbringung einzuwenden, wenn auch die Kontrolle der Einrichtung gewährleistet sei.

Stand: 11.01.2018, 18:51