Lügder Bürgermeister: "Mich überrascht nichts mehr"

Bürgermeister Heinrich Josef Reker

Lügder Bürgermeister: "Mich überrascht nichts mehr"

  • Lügdes Bürgermeister befürchtet neue Unruhe
  • "Kaum ein Tag, an dem nichts bekannt wird"
  • Auch Opferanwalt nicht verwundert

Lügdes Bürgermeister Heinz Reker hat bestürzt auf die vermutete Verbindung der Kindesmissbrauchs-Fälle von Bergisch Gladbach mit denen auf dem Campingplatz in Lügde regiert. "Mich überrascht bald gar nichts mehr", sagte Reker dem WDR.

Gerade erst sei sein Ort etwas zur Ruhe gekommen, nachdem die beiden Haupttäter des hundertfachen Kindesmissbrauchs auf dem Campingplatz im Stadtteil Elbrinxen im September zu hohen Haftstrafen und Sicherungsverwahrung verurteilt worden waren.

"Mit der Ruhe wird es vorbei sein"

Damit sei es nun vorbei, fürchtet Reker: "Wenn ich die Medien heute gelesen habe, glaube ich, da kommt wieder richtig Bewegung rein. Mein Telefon stand heute morgen nicht mehr still". Reker sagte weiter, er habe lange nicht wahrhaben wollen, wie sehr der Missbrauch von Kindern in der Gesellschaft präsent sei: "Es vergeht kaum ein Tag, an dem nichts bekannt wird".

Anwalt von Lügde-Opfer: "Bin nicht überrascht"

Ähnlich äußerte sich Rechtsanwalt Roman von Alvensleben. Er hatte im Prozess um den hundertfachen Kindesmissbrauch in Lügde das Opfer vertreten, das mit seiner Aussage die Ermittlungen erst ins Rollen gebracht hatte.

"Ich bin nicht verwundert. Wir haben uns ja immer schon gefragt: Was ist mit dem vielen Material passiert, das gefilmt wurde? Das muss ja irgendwo hingegangen sein, damit wurde Geld verdient. Ich bin davon ausgegangen, dass ein weitaus größerer Kreis von Pädophilen Straftaten verübt hat, als diese paar Leute aus Lügde selbst".

Stand: 15.01.2020, 17:07

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