Raubgräber behindern Forscher im Sauerland

Raubgräber behindern Forscher im Sauerland 03:19 Min. Verfügbar bis 15.07.2021

Raubgräber behindern Forscher im Sauerland

  • Raubgräber mit Metalldetektoren im Sauerland
  • Sie plündern Böden und verkaufen Funde im Internet
  • Das sabotiert die Regionalforschung von Historikern

Raubgräber machen Archäologen und Historikern im Hochsauerland und Kreis Olpe die Arbeit schwer. Wie der WDR am Dienstagabend (14.07.2020) berichtet, handelt es sich um Sondengänger: Sie entdecken mit Metalldetektoren historische Gegenstände im Boden und verkaufen sie dann, um Gewinn zu machen.

Funde werden übers Netz verhökert

Ein Mann mit Bart und Brille

Manuel Zeiler prangert die Dreistigkeit der Diebe an

Die meisten Fundstellen mit historischen Gegenständen aus Buntmetall hätten Raubgräber bereits geplündert. Im Internet würden verstärkt mittelalterliche und antike Funde angeboten. Regionale Geschichte vollständig zu erforschen, wird somit fast unmöglich.

Der Archäologe Manuel Zeiler klagt: "Es ist sehr massiv. Beispielsweise an vorgeschichtlichen Anlagen finden wir heute keine Buntmetallobjekte mehr. Das heißt: Diese Fundstellen sind schon von der illegalen Szene komplett abgelaufen."

Nahaufnahme eines rostigen Gegenstandes, den ein Sondengänger in die Kamera hält

Solche Funde werden immer seltener - weil schon andere da waren

Für die Archäologen sind deshalb ehrenamtliche Sondengänger mit einer Lizenz sehr wichtig. Sie helfen bei den wissenschaftlichen Arbeiten. Aber auch diese "ehrlichen" Sondengänger haben kaum noch Chancen auf Bronze- oder Silberfunde.

Massive Konsequenzen für Plünderer

Wer illegal nach historischen Funden sucht und diese verkauft, dem drohen Anzeigen und Hausdurchsuchungen.

Stand: 15.07.2020, 09:08