Rassismus: Schalke-Boss Tönnies entschuldigt sich

Rassismus: Schalke-Boss Tönnies entschuldigt sich

  • Tönnies äußerte sich rassistisch
  • Schalke-Boss entschuldigt sich
  • Vorfall kommt vor den Ehrenrat

Fleischproduzent und Schalke-Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies hat sich für seine rassistischen Äußerungen entschuldigt. Am Freitag (02.08.2019) äußerte er sich im Internetportal des Fußballclubs.

Beim Tag des Handwerks in Paderborn am Donnerstag (01.08.2019) hatte Tönnies bei seiner Festrede den Klimawandel mit der Überbevölkerung in Afrika in Verbindung gesetzt. Vor mehr als 1.500 Besuchern kritisierte der Fleischproduzent Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel. Man solle lieber jährlich 20 neue Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", sagte er.

Entschuldigung über Schalke 04

Diese Äußerung nahm er nun zurück. "Als Vorsitzender des Aufsichtsrats des FC Schalke 04 stehe ich 1.000-prozentig hinter unseren Vereinswerten. Dazu gehört der Einsatz gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung", so Tönnies. Seine Äußerungen beim Tag des Handwerks nannte er "falsch, unüberlegt und gedankenlos". "Es tut mir sehr leid", fügte er hinzu.

Bundesligist Schalke 04 verbreitete am Freitag eine offizielle Entschuldigung seines Aufsichtsratsvorsitzenden über Twitter.

Aufregung in den sozialen Netzwerken

Seine Äußerungen hatte bei Schalke-Fans für wütende Reaktionen gesorgt. Sie fordern seinen Rücktritt und verweisen auf den Verhaltenskodex des Vereins.

Auch der ehemalige Schalke-Profi Hans Sarpei forderte auf Twitter Konsequenzen vom Verein.

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Tönnies muss sich vor Schalke-Ehrenrat erklären

Tönnies soll sich nun nach seinen umstrittenen Äußerungen vor dem Ehrenrat des FC Schalke 04, einem Gremium bestehend aus Vereinsmitgliedern, erklären. "Der Ehrenrat wird sich in diesem Fall zeitnah des Themas annehmen und in seiner nächsten, in der kommenden Woche anstehenden, Sitzung damit befassen", teilte der Verein mit.

Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider nahm derweil Tönnies in Schutz. "Ich kenne Clemens Tönnies seit zehn Jahren. Er ist ein Mensch, der zu hundert Prozent die Werte von Schalke 04 vertritt", sagte Schneider. Ihm zufolge habe Tönnies eine "unbedachte Äußerung getätigt und sich heute Morgen prompt entschuldigt. Unsere Gesellschaft funktioniert so, dass sich ein Mensch entschuldigen kann und es danach weiter geht."

Rassistischer Spruch des Schalker Aufsichtsratschefs

WDR aktuell - Der Tag 02.08.2019 10:19 Min. Verfügbar bis 01.08.2020 WDR 3

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Hinweis: In einer früheren Version des Artikels wurde Clemens Tönnies als Schalke-Präsident bezeichnet. Er ist jedoch der Vorsitzende des Aufsichtsrates. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Stand: 02.08.2019, 18:46