Raser-Prozess in Arnsberg wird nicht eingestellt

Raser-Prozess in Arnsberg wird nicht eingestellt

  • Prozess um tödlichen Raser-Unfall bei Sundern geht weiter
  • Richter wiesen Antrag auf Einstellung zurück
  • Angeklagter war ohne Anwalt vernommen worden

Der Raser-Prozess nach dem tödlichen Unfall bei Sundern geht weiter. Die Richter am Landgericht Arnsberg wiesen am Donnerstag (13.06.2019) einen Antrag der Verteidiger auf Einstellung zurück. Ein angeklagter Audifahrer war von der Polizei ohne Rechtsanwalt vernommen worden.

Angaben vor Gericht sind relevant

Der Prozess wird nicht eingestellt, weil es für die Urteilsfindung vor allem darauf ankommt, was vor Gericht ausgesagt wird. Selbst falls damals die Vernehmung bei der Polizei rechtswidrig war, könne man weiter verhandeln, sagen die Richter.

Es gibt allerdings ein weiteres Problem: Nach dem tödlichen Unfall im August 2018 hatte der Angeklagte angegeben, in seinem Audi sei eine Videokamera gewesen. Sie habe den Unfall und das mutmaßliche Rennen zuvor vermutlich aufgezeichnet. Die Polizei hatte die Kamera aber nicht gefunden.

Suche nach Kamera geht weiter

Autounfall im Sauerland

Der Unfall-Audi ist inzwischen verkauft

Jetzt soll zwar ein Gutachter nochmals nach der Dashcam suchen. Doch das wird voraussichtlich wenig Erfolg haben. Der Grund: Der Unfall-Audi ist nach WDR-Informationen längst verkauft und nicht mehr greifbar.

Bei dem schweren Unfall war der Audi – vermutlich bei einem Rennen mit einem Porsche – frontal in einen unbeteiligten VW Golf gekracht. Eine 70-jährige Frau starb, vier Insassen wurden lebensgefährlich verletzt.

Raser-Prozess wird nicht eingestellt 00:51 Min. Verfügbar bis 13.06.2020

Stand: 13.06.2019, 18:09