Flüchtlingsunterkunft in Bielefeld unter Quarantäne

Bielefelder Flüchtlingsunterkunft

Flüchtlingsunterkunft in Bielefeld unter Quarantäne

  • 48 Menschen infiziert
  • 338 Menschen unter Quarantäne
  • Bewohner äußern Kritik

Eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge ist vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt worden. In der Unterkunft des ehemaligen Hotels Oldentruper Hof haben sich laut Bezirksregierung Detmold 48 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Ein Mitarbeiter infiziert

Zunächst wurde bei fünf Personen eine Virusinfektion festgestellt, woraufhin sich alle untergebrachten Personen und Mitarbeiter testen ließen. Unter den Corona-Infizierten ist auch ein Mitarbeiter, der sich in häuslicher Quarantäne befindet. Insgesamt sind im Heim 338 Personen untergebracht.

Sport- und Spielmöglichkeiten eingeschränkt

Die meisten der Bewohner kommen aus Afghanistan, Irak oder Syrien. Alle der 48 infizierten Personen sind in eigenen Bereichen untergebracht. Die Sport- oder Spielmöglichkeiten sind laut Bezirksregierung eingeschränkt oder werden gar nicht mehr angeboten.

Außerdem soll ein Bauzaun um die Einrichtung gezogen und die Security aufgestockt werden. Aktuell sei die Stimmung ruhig. Man sei sich bewusst, dass die Lage für die Flüchtlinge schwer ist. Für Vorerkrankte wird eine gesonderte Einrichtung gesucht. In Frage käme dafür etwa das Jugendgästehaus Bielefeld.

Unmut bei Angehörigem

Ein Angehöriger einer Flüchtlingsfamilie kritisierte dem WDR gegenüber, dass die sechsköpfige Familie das Zimmer nicht verlassen dürfe. Darauf würde von Security und Sozialarbeiter genau geachtet. Trinkwasser müssten sie sich aus einem Bad holen.

Die Familie sei am Dienstag getestet, aber bis Freitag früh noch nicht über das Ergebnis informiert worden. Sie habe keine schriftlichen Informationen erhalten.

Detaillierte Informationen durch Bezirksregierung

Ein Sprecher der Bezirksregierung Detmold betont, dass die Bewohner detailliert über die Hygienemaßnahmen informiert wurden. Es habe mehrsprachige schriftliche Informationen gegeben. Alle Bewohner seien getestet und dabei auch noch mal von einem Arzt über die Situation informiert worden

Stand: 17.04.2020, 15:43