QR-Codes auf Friedhöfen in Freudenberg erlaubt

Eine Hand hält einen QR-Code vor Grabsteinen in Freudenberg

QR-Codes auf Friedhöfen in Freudenberg erlaubt

Von Christian Klein

  • QR-Codes auf Freudenberger Grabsteinen zulässig
  • Bilder von Verstorbenen auf Handy zu sehen
  • Evangelische Kirche lobt, CDU kritisiert

Die Entscheidung stand zwar so gut wie vorher fest - jetzt ist es offiziell: Ab sofort sind QR-Codes auf Freudenberger Friedhöfen erlaubt, das hat am Donnerstag (06.12.2018) der Stadtrat beschlossen. Über diese QR-Codes können Besucher vor dem Grab mit Hilfe eines Smartphones zum Beispiel Bilder des Verstorbenen sehen.

Die Idee dazu kam von den Freudenberger Einwohnern selbst. "Wir hatten Anfragen zu dem Thema, und wenn wir als Stadt Bürgern Wünsche erfüllen können, dann wollen dies gerne tun", sagt Kämmerer Julian Lütz.

Freudenberg ist neben Köln digitaler Vorreiter

Ein Mann steht vor einem Regal mit Aktenordnern

Julian Lütz

Nach Köln - dort sind QR-Codes auf einem Friedhof erlaubt - ist Freudenberg jetzt die zweite Stadt in NRW mit QR-Codes auf Grabsteinen. Dabei soll die Verantwortung der Inhalte klar geregelt sein: "Diese QR-Codes sollen fest auf dem Grabstein implementiert werden. Dadurch ist gewährleistet, dass nachträgliche Änderungen nicht möglich sind. Und für den Inhalt bleibt nach wie vor der Grabnutzungsberechtigte verantwortlich", sagt Lütz.

Kritik kommt von der CDU. Vor allem Fraktionsvorstand Christoph Reifenberger hat Probleme mit der Digitalisierung auf deutschen Friedhöfen. Er sieht die QR-Codes als Verstoß gegen die Pietät an. "Wir denken, dass nicht alles, was technisch möglich ist, möglich gemacht werden muss. Der Friedhof ist ein Ort mit Würde, und diese möchten wir wahren."

"Weg aus der Anonymität"

Lob kommt dagegen von der evangelischen Kirche. Für Freudenbergs Pfarrer Thomas Ijewski ist es ein Weg aus der Anonymität. "Viele Menschen lassen sich mittlerweile ohne Namen beerdigen - das ist auch zu akzeptieren. Aber diese QR-Codes können jetzt wieder einen Weg in die andere Richtung sein, und das finde ich gut."

Ein Tablet vor einem Grabstein

Digitale Friedhofskultur

Bilder von Verstorbenen auf Grabmälern gebe es übrigens schon sehr lange - nur früher mussten sie vom Steinmetz als Portrait eingehauen werden, jetzt funktioniert alles digital.

Stand: 07.12.2018, 11:15