Prozessbeginn nach Amokfahrt am Rosenmontag in Volkmarsen

Volkmarsen

Prozessbeginn nach Amokfahrt am Rosenmontag in Volkmarsen

An der Grenze zu NRW, im hessischen Volkmarsen, ist am Rosenmontag vergangenes Jahr ein Auto in eine Menschenmenge gerast. Am Montag beginnt der Prozess am Landgericht Kassel. Kläger gibt es auch aus OWL.

Bei der Amokfahrt am Rosenmontag 2020 in der Kleinstadt Volkmarsen waren mehr als 150 Menschen teils schwer verletzt worden, darunter auch viele Kinder. 

13 Geschädigte aus OWL 

Nach Angaben des zuständigen Landgerichts Kassel kommen 13 mutmaßlich Geschädigte aus OWL, unter anderem aus Borgentreich und Warburg im Kreis Höxter sowie aus Lichtenau im Kreis Paderborn. Einige Opfer kämpfen noch heute mit den psychischen Folgen der Amokfahrt in Volkmarsen. Mehrere der Geschädigten aus der Region treten im Prozess als Nebenkläger auf. 

Nach der Amokfahrt im Februar 2020 waren auch viele Rettungskräfte aus Ostwestfalen-Lippe am Einsatzort, der nur wenige Kilometer von der Grenze zum Kreis Höxter entfernt ist. 

Anklage: Mordversuch in 91 Fällen

Der damals 29-jährige Tatverdächtige konnte noch vor Ort beim Rosenmontagsumzug in Volkmarsen festgenommen werden. Das Tatmotiv ist immer noch unklar, weil der Angeklagte schweigt.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wirft ihm versuchten Mord in 91 Fällen sowie gefährliche Körperverletzung in 90 Fällen und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor. Der junge Mann soll demnach im vergangenen Jahr bewusst in die Menschenmenge gerast sein.

Zeugen sollten Bildmaterial stellen

Die Ermittler hatten Zeuginnen und Zeugen aufgerufen, sich zu melden und auch Foto- und Videoaufnahmen zu der Tat zur Verfügung zu stellen. Insgesamt sind am Landgericht Kassel mehr als 30 Prozesstage angesetzt. Bis ein Urteil zu erwarten ist, wird es wohl bis Ende des Jahres dauern.

Stand: 03.05.2021, 06:36