Haftstrafen für Wirtschaftsbetrug im Münsterland

Gebäude vom Landgericht Münster

Haftstrafen für Wirtschaftsbetrug im Münsterland

  • Vorwurf der Bilanzfälschung
  • Verurteilung zu acht Jahren Haft
  • Schaden von bis zu 17 Millionen Euro

Das Landgericht Münster hat am Dienstag (12.11.2019) zwei frühere Manager eines Chemiekonzerns wegen millionenschweren Wirtschaftsbetruges zu jeweils acht Jahren Haft verurteilt. Nach Überzeugung der Richter haben die beiden Hauptangeklagten mit geschönten Geschäftsbilanzen Bankkredite erschlichen.

Die Ex-Manager der Hansa-Group mit Produktionsstandorten in Ibbenbüren und Greven, sowie zwei weitere Männer hätten ihren Konzern wirtschaftlich deutlich besser dargestellt, als es tatsächlich der Fall war. Nur deswegen hätten die Banken die Kredite gewährt.

Hohe Schadenssumme

Letztendlich war für das Gericht klar: Zwei Banken wurden um 12,7 Millionen Euro betrogen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Schaden sogar noch deutlich größer. Laut Anklage ist den Banken ein Schaden zwischen 13 und 17 Millionen Euro entstanden.

Allerdings hat das Landgericht viele Anklagevorwürfe nicht weiter verfolgt. Der Aufwand für die Aufklärung wäre zu hoch gewesen. Die Verteidiger der Hauptangeklagten hatten die Anklage zurückgewiesen und Freisprüche gefordert.

Mit den Urteilen geht einer der größten Strafprozesse des Münsterlandes zu Ende. Er dauerte fast drei Jahre, mehr als 210 Verhandlungstage waren nötig, rund 200 Zeugen wurden vernommen.

Stand: 12.11.2019, 14:03