Freispruch im Ochtruper Totschlag-Prozess

Freispruch im Ochtruper Totschlag-Prozess

  • Täter im Ochtruper Totschlag-Prozess freigesprochen
  • Die jungen Männer hatten sich zu Prügelei verabredet
  • Laut Gericht erstach der 18-Jährige den 20-Jährigen aus Notwehr

Das Landgericht Münster hat am Montag (21.01.2019) einen 18-jährigen Asylbewerber freigesprochen. Er hatte Pfingsten vergangenen Jahres einen 20-jährigen Ochtruper erstochen. Die beiden Männer hatten eine Auseinandersetzung, weil sich eine Freundin des Opfers von dem Angeklagten belästigt fühlte.

Urteil vor dem Landgericht Münster im Totschlags-Prozess

WDR 2 21.01.2019 00:50 Min. Verfügbar bis 21.01.2020 WDR 2

Der 20-Jährige hatte sich mit dem jungen Afghanen zu einer Prügelei verabredet, um nach eigener Aussage die Angelegenheit zu klären. Zu dem Treffen ging der 18-Jährige mit einem Küchenmesser.

Nach Einschätzung des Gerichts hatte der 18-Jährige aus Notwehr gehandelt. Das Mitführen eines Küchenmessers ist nicht strafbar, stellte das Gericht klar. Das Gericht hielt die Schilderungen des Angeklagten für glaubwürdig.

Täter fühlte sich bedroht

Er sagte aus, er habe Angst gehabt, weil er viel kleiner sei als sein Kontrahent. Außerdem habe er erst zugestochen, nachdem er in den Schwitzkasten genommen wurde und er sich nicht mehr anders zu helfen wusste. Die Eltern des Getöteten wollen in Revision gehen.

Ende November war der Prozess ausgesetzt worden. Viele Ochtruper waren damals mit T-Shirts zu dem Totschlagprozess erschienen, auf denen ein Foto des Opfers gedruckt war. Das 20-jährige Opfer war sehr beliebt.

Stand: 21.01.2019, 13:06

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