Familiendrama: Paderborner Urteil teils aufgehoben

Amts- und Landgericht in Paderborn

Familiendrama: Paderborner Urteil teils aufgehoben

  • 42-Jähriger tötete Mutter mit Hammer und Forke
  • Verteidigung war in Revision gegangen
  • Neunjährige Freiheitsstrafe könnte zu hoch ausgefallen sein

Das Landgericht Paderborn muss sich noch einmal mit einem Familiendrama aus dem Jahr 2017 beschäftigen. Wie am Montag (23.07.2018) bekannt wurde, hat der Bundesgerichtshof das Urteil gegen einen Mann, der seine Mutter getötet hatte, zum Teil aufgehoben.

Der Angeklagte hatte in Höxter seine Mutter mit einem Hammer und einer Forke getötet. Im Novemver 2017 verurteilte das Landgericht Paderborn den 42-Jährigen wegen Totschlags.

Angeklagter nur eingeschränkt schuldfähig

Die Haftstrafe musste der Mann aus Höxter jedoch nicht absitzen, weil das Gericht seine sofortige Einweisung in die Psychiatrie verfügte. Aus Sicht eines Gutachters war der 42-Jährige nur eingeschränkt schuldfähig: Der Mann leide an Autismus und habe daher eine verschobene Wahrnehmung, hieß es.

Bundesrichter heben Urteil teilweise auf

Bei der Einweisung in die Psychiatrie bleibt es auch. Jedoch bezweifeln die Bundesrichter, ob eine Haftstrafe von neun Jahren zusätzlich angemessen ist. Deshalb muss das Landgericht noch einmal über die Strafhöhe verhandeln.

Seine Mutter legte Kleidung raus, die er nicht tragen wollte

Der 42-Jährige soll vor der Tat im Juni 2017 ausgerastet sein, weil seine Mutter ihm für einen bevorstehenden Arzttermin Kleidung zurechtgelegt hatte, die er nicht tragen wollte. Der Verurteilte soll sich von seiner Mutter drangsaliert und verhöhnt gefühlt haben. Dem Gutachter zufolge sei das aus normaler Sicht aber eher eine Überbehütung durch die 73-Jährige gewesen.

Stand: 23.07.2018, 15:33