Drei Jahre Haft wegen sexuellen Kindesmissbrauchs

Prozessbeginn wegen sexuellem Kindesmissbrauch in Bielefeld

Drei Jahre Haft wegen sexuellen Kindesmissbrauchs

  • Drei Jahre und drei Monate Haft wegen sexueller Übergriffe an Kindern
  • Verurteilter ist Erzieher und Heilpädagoge
  • Beweise auf mehreren SD-Speicherkarten

Vor dem Bielefelder Amtsgericht kam es schon wenige Stunden nach Prozesseröffnung am Donnerstag (17.10.2019) zu einem Urteil: Der 57-jährige Angeklagte aus Niedersachsen muss für drei Jahre und drei Monate in Haft.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass er sich in mindestens acht Fällen an Kindern im Alter unter 14 Jahren vergangen hat. Der Angeklagte hatte vor Gericht die Übergriffe auf die Enkel seiner Lebensgefährtin gestanden, wohl auch wegen der eindeutigen Beweislage.

Die Taten des gelernten Erziehers und Heilpädagogen aus dem Heidekreis in Niedersachsen fanden unter anderem bei einem gemeinsamen Urlaub mit Kindern in den Niederlanden statt. Während der Verhandlung gab er an, regelmässig Drogen konsumiert zu haben und manisch-depressiv zu sein. Auf das Strafmass von drei Jahren und drei Monaten hat sich das nicht ausgewirkt. Die vom Angeklagten erhoffte Bewährungsstrafe von höchstens zwei Jahren blieb aus.

Angeklagter ist voll schuldfähig

Das Gericht befand den 57-jährigen für voll schuldfähig. Verhandelt wurde vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts und nicht etwa vor dem Landgericht, denn dem Angeklagten wurden „Vergehen“ und nicht „Verbrechen“ vorgeworfen.

Gericht verurteilt massive Übergriffe auf arglose Kinder

Das waren massive Straftaten, sagte die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung. Es waren zwei Kinder betroffen, die waren arglos, weil sie während der Übergriffe schliefen. Der 57-Jährige hatte seine Taten gefilmt. Das Gericht war davon überzeugt, dass der Angeklagte gefasst werden wollte. Zu offen war er mit den Speicherkarten umgegangen, die den Missbrauch und zahlreiche kinderpornografische Videos zeigten.

Wanderer fand Speicherkarte im Wald

Überführt wurde er eher zufällig: Im Februar war im Teutoburger Wald bei Halle im Kreis Gütersloh eine Tasche mit einer Speicherkarte gefunden worden, auf der sexueller Missbrauch von Kindern zu sehen war. Die Tasche war von einem Wanderer beim Fundbüro abgegeben worden. Da sich dort niemand meldete, suchten Mitarbeiter des Fundbüros nach Hinweisen auf den Besitzer – und fanden den Datenträger. Darauf gab es Aufnahmen, die sexuelle Übergriffe auf Kinder zeigen sowie ein Foto eines Mannes.

Zuvor bereits Ermittlungen gegen Angeklagten

Aufgrund der Dateien kam die Polizei auf den Angeklagten. Bei den folgenden Durchsuchungen wurden weitere belastende Dateien gefunden. Gegen den Mann war schon zuvor wegen des Verdachts auf Besitz von kinderpornografischen Schriften ermittelt worden. Er soll in Bielefeld die Enkelkinder seiner Lebensgefährtin missbraucht haben.

Stand: 17.10.2019, 14:13