Betrugsprozess um falschen Polizisten in Münster

Ein Mann geht in ein Gebäude mit weißem Eingangsbereich

Betrugsprozess um falschen Polizisten in Münster

  • 35.000 Euro erbeutet
  • Bei Wiederholung festgenommen
  • Gesamtschäden von 1 Million Euro im Jahr

Vor dem Landgericht Münster hat am Dienstag (21.05.2019) ein Prozess um einen schweren Betrug begonnen. Der 44-jährige Angeklagte soll Mitglied einer Diebesband gewesen sein, die unter anderem einen Mann aus Münster am Telefon dazu gebracht habe soll, ihm 35.000 Euro auszuhändigen.

In dem Gespräch soll dem Münsteraner weisgemacht worden sein, sein Geld sei auf der Bank in Gefahr. Das Opfer hob daraufhin 35.000 Euro von seinem Konto ab. Verkleidet als Polizist habe der Angeklagte es an der Haustür des Münsteraners in Empfang genommen, so die Staatsanwaltschaft.

Zweiter Versuch wurde zum Verhängnis

Wenig später habe der 44-Jährige versucht, mit der gleichen Methode noch einmal einen sechstelligen Betrag bei dem Münsteraner zu ergaunern. Dort erwartete ihn aber diesmal die Polizei.

Bremer Kollegen war die verwendete Telefonnummer schon bei mehreren Betrugsversuchen aufgefallen und auch die Kontaktaufnahme nach Münster, so die Aussage eines Kripobeamten am Dienstag im Prozess. Daraufhin habe man sich mit dem betroffenen Rentner in Verbindung gesetzt.

Hohe Gesamtschadenssumme in Münster

Der Kripobeamte nannte auch Zahlen zum Ausmaß derartiger Betrugsversuche in Münster. Danach gab es in der Stadt im vergangenen Jahr 640 solcher Fälle mit einer Schadenssumme von rund einer Million Euro. In diesem Jahr seien es bereits 550 Fälle mit 440.000 Euro Schaden.

Der Angeklagte ist übrigens auch anderweitig aufgefallen: Bei einer Durchsuchung des Reihenhauses des Angeklagten im Februar in Bremen entdeckten die Beamten obendrein eine professionelle Cannabis-Plantage.

Stand: 21.05.2019, 14:27