Campingplatz Ladbergen

Fünf Jahre Haft für Missbrauch auf Campingplatz Ladbergen

Stand: 27.01.2022, 14:16 Uhr

Das Landgericht Münster hat einen 32-jährigen Mann wegen schweren Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Ladbergen zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der Mann war Mitarbeiter des Platzes.

Im vergangenen August soll der ehemalige Campingplatz-Mitarbeiter einen elf-jährigen Jungen drei Mal vergewaltigt haben. Außerdem hatten die Ermittler Bilder von schwerem Kindesmissbrauch auf seinem Handy gefunden.

Gebäude vom Landgericht Münster

Das Opfer musste vor Gericht aussagen

Der missbrauchte Junge aus Dortmund hatte die Taten schon bei der Polizei ausführlich geschildert und sich im Vorfeld des Prozesses einer Sozialarbeiterin seiner Schule anvertraut. Trotzdem musste er am Donnerstag noch einmal vor Gericht aussagen.

Verurteilter will Kind älter geschätzt haben

Der Verurteilte, der als Aushilfskoch auf dem Campingplatz in Ladbergen gearbeitet hatte, hatte behauptet, er habe nicht gewusst, dass der Junge zur Tatzeit noch ein Kind war. Die Richter nahmen ihm das nicht ab und verurteilten ihn zu fünf Jahren Haft. Ein zweiter Mitarbeiter des Campingplatzes, der sich nach Aussagen von Eltern ebenfalls Kindern verdächtig genähert haben soll, war schon im Sommer geflohen und wurde bis heute nicht gefunden.

Bis zum Prozessbeginn hatte der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen geschwiegen. Während der Verhandlung hatte er immer wieder aufgeschluchzt. Seinen Antrag, die Öffentlichkeit schon bei der Anklageverlesung auszuschließen, hatte das Gericht abgelehnt.

Der Fall hatte im Sommer für große Aufregung unter den Campern in Ladbergen gesorgt. Dabei hatten einige behauptet, der Angeklagte sei vor seiner Verhaftung schon mehrfach unangenehm aufgefallen, es habe aber zunächst keine Konsequenzen gegeben.