Opfer aus Altena sagt gegen Erpresser aus

Landgericht Hagen

Opfer aus Altena sagt gegen Erpresser aus

Von Claudia Roelvinck

  • vier Stunden in der Gewalt von Verbrechern
  • Täter drohten, Finger abzuschneiden
  • Sie wollten 200.000 Euro vom Firmenkonto

Es begann als fröhlicher Abend und wurde zum Alptraum. Bis in die Nacht des 11. Dezember 2016 hatte der damals 19-jährige Altenaer mit Freunden gefeiert. Als er gegen 3 Uhr in seine Wohnung kam, wurde er plötzlich von hinten gepackt, spürte einen Revolver an der Schläfe.

Zwei maskierte Männer hatten ihm im Wohnzimmer aufgelauert. Sie vermuteten Bargeld und einen Tresor – beides hatte der junge Softwareentwickler nicht. So schildert er am Mittwoch (10.04.1029) vor dem Hagener Landgericht die Tatnacht, in der er vier Stunden lang in der Gewalt der Verbrecher war.

Opfer hatte Angst um sein Leben

Der 45-jährige Iserlohner, der jetzt wegen erpresserischen Menschenraubs auf der Anklagebank sitzt, habe ihn damals immer wieder mit dem Revolver bedroht und ihn angeschrien. Sein Komplize, der untergetaucht ist, habe ein Messer aus der Küche geholt und angekündigt, ihm den Finger abzuschneiden.

Als klar war, dass in der Wohnung kein Tresor und kein Bargeld sind, habe der Mittäter immer wieder in einer fremden Sprache, vermutlich Russisch, telefoniert. Schließlich sollte der Softwareentwickler 200.000 Euro vom Firmenkonto überweisen.

Überweisung war nicht möglich

Doch es war technisch überhaupt nicht möglich, einen so hohen Betrag auf einmal online umzubuchen. Die Täter ließen schließlich von dem Altenaer ab. Es sollte das Geld in den kommenden Tagen von der Bank holen und ihnen dann bar übergeben. Doch der junge Mann ging stattdessen zur Polizei.

In seiner Aussage erzählt der junge Mann ruhig und sachlich. Anfangs habe er immer wieder Angstzustände bekommen. Doch inzwischen könne er wieder normal leben, die Nächte mit der vielen Alpträumen seien vorbei. Das Urteil wird für den 18. April erwartet.

Stand: 10.04.2019, 15:46