Narkosearzt vor Gericht: Kind nach Zahnoperation schwerbehindert

Kind nach Zahnbehandlung schwerstbehindert - Prozess in Detmold vorerst eingestellt

Stand: 14.12.2021, 13:05 Uhr

Das Detmolder Landgericht hat am Dienstagmittag das Verfahren gegen einen Narkosearzt vorläufig eingestellt. Es ging um eine Zahnbehandlung eines Mädchens, die tragisch ausging.

Das Gericht stellte das Verfahren vorläufig gegen die Auflage einer Zahlung von 15.000 Euro ein, die der Arzt an die Familie des Mädchens leisten muss.

Vor vier Jahren sollte bei der damals Siebenjährigen Karies an mehreren Zähnen behandelt werden - unter Vollnarkose in einer Detmolder Arztpraxis.

Mädchen bekommt zu wenig Sauerstoff

Der Narkosearzt hatte das Mädchen intubiert; laut Anklage der Staatsanwaltschaft aber nicht fachgerecht. Die junge Patientin hatte während der Behandlung zu wenig Sauerstoff erhalten.

Seitdem ist sie schwerstbehindert und ein Pflegefall. Dass etwas fatal schief gegangen war, soll der 44-Jährige aus Bielefeld nicht schnell genug bemerkt haben.

Familie kündigt Zivilklage an

Über die Schuld des Bielefelders wurde vor Gericht nicht entschieden. Strafrechtlich ist der Fall durch die Einstellung des Verfahrens erledigt, sofern der Mediziner die Geldbuße auch zahlt.

Zivilrechtlich will die Familie aber noch Schmerzensgeld einklagen. Dabei geht es um mindestens 500.000 Euro. Allerdings, so der Anwalt der Familie, könne sich dieses Verfahren über Jahre ziehen.

Arzt äußert sich vor Gericht nicht

Der Narkosearzt äußerte sich am Dienstagvormittag nicht. Im Vorfeld der Verhandlung hatte er aber angegeben, keinen Fehler gemacht zu haben.

Narkose – Risiko für alte Menschen

Planet Wissen 23.03.2022 02:07 Min. UT Verfügbar bis 29.09.2026 SWR