HSK: Berufung im Hungertod-Prozess

Prozess Jugendamtmitarbeiterin 00:54 Min. Verfügbar bis 08.10.2020

HSK: Berufung im Hungertod-Prozess

  • Sozialarbeiterin will Freispruch erreichen
  • Amtsgericht sah Mitschuld am Tod des kleinen Jungen
  • Landgericht schlug Einstellung des Verfahrens vor

Die Mitarbeiterin des Jugendamtes hatte beim Landgericht in Arnsberg Berufung beantragt. Sie wehrt sich gegen ein Urteil des Amtsgerichts in Medebach. Das Amtsgericht hatte sie im Mai 2017 zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Sie sei mitschuldig am Tod des Kindes. Staatsanwaltschaft und Landgericht haben heute vorgeschlagen, das Verfahren einzustellen.

Verteidiger: Fall nochmal gründlich untersuchen

Die Jugendamtsmitarbeiterin lehnte das aber ab. Sie will in dem Prozess einen Freispruch erreichen. Verteidiger Thomas Mörsberger sagte, „wenn jetzt das Verfahren eingestellt würde, auch noch gegen eine Auflage - denn das war die Vorgabe - dann würde das zu dieser Klärung nicht beitragen.“ Deshalb wollen beide, dass die Vorgänge noch einmal gründlich untersucht werden. 

Die Mitarbeiterin des Jugendamtes im Hochsauerlandkreis war für die Betreuung der Mutter und ihrer neun Kinder in Winterberg zuständig. Eines der Kinder war an Unterversorgung gestorben, eins konnte gerade noch gerettet werden.

Die Mutter wurde bereits zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Stand: 08.10.2019, 18:46