Burbach: Strafe für Ex-Heimleiter zur Bewährung in Aussicht gestellt

Burbach: Strafe für Ex-Heimleiter zur Bewährung in Aussicht gestellt

Von Gaby Rosenkranz

  • Ex-Heimleiter vor Gericht
  • Flüchtlinge in Burbach misshandelt
  • Bewährung in Aussicht gestellt

Der ehemalige Heimleiter der Flüchtlingsunterkunft in Burbach hat am Donnerstag (10.01.2019) ein Geständnis abgelegt.

Zimmer zur Kontrolle eingerichtet

Der ehemalige Heimleiter erklärte, das erste Zimmer habe er eingerichtet, damit Bewohner, die zum Beispiel auf ihren Zimmern rauchten oder Alkohol tranken, dahin umziehen konnten, um in der Nähe der Wachleute zu sein. Dafür habe er sich auch bei dem damaligen Betreiber European Homecare das Einverständnis geholt, sagte der Angeklagte.

Ein Security-Mitarbeiter drückt den Kopf eines Flüchtlings mit seinem Fuß gewaltsam zu Boden

Misshandlung von Flüchtlingen in Burbach

Zu einem späteren Zeitpunkt habe er entdeckt, dass in dem Zimmer Menschen eingesperrt wurden. Das habe er den Wachleuten und Sozialarbeitern verboten. Ein entsprechendes Schreiben liegt dem Gericht vor. Seine Mitarbeiter hätten allerdings nicht immer das getan, was er gesagt habe.

Bewährungsstrafe in Aussicht

Richter, Staatsanwalt und Verteidiger hatten sich vorher in einem Verständigungsgespräch geeinigt: Wenn der Angeklagte voll umfänglich gesteht, bekommt er eine Strafe von bis zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung.

Außerdem soll er eine Geldbuße von 1.200 Euro an eine Opferschutzorganisation zahlen. Dem Mann wird vorgeworfen, Flüchtlinge über Monate immer wieder in sogenannte Problemzimmer eingesperrt oder die Anweisung dazu gegeben zu haben.

Das Gericht wird in der kommenden Woche entscheiden, ob es das Geständnis des Mannes als vollumfänglich anerkennt. Sein Verfahren war vom dem Prozess gegen die weiteren Angeklagten der Siegerlandhalle abgetrennt worden, weil der Mann das Geständnis angekündigt hatte.

Stand: 10.01.2019, 12:16