Tod der Ehefrau soll Sex-Unfall gewesen sein

Tod der Ehefrau soll Sex-Unfall gewesen sein

Von Mareike Gröneweg

  • Prozessauftakt im Bielefelder Landgericht
  • Angeklagter gesteht, Ehefrau getötet zu haben
  • Dazu sei es versehentlich beim Sex gekommen

Die Verhandlung wegen des mutmaßlichen Todschlags einer 34-jährigen Mutter aus Bünde hat am Dienstag (14.05.2019) am Bielefelder Landgericht begonnen. Angeklagt ist der Ehemann der verstorbenen Natalie W., die über ein Jahr nach ihrem Tod versteckt in einer Holzkiste in einer Garage gefunden wurde.

Beim Prozessauftakt verlas Strafverteidiger Holger Rostek die Stellungnahme seines Mandanten. Darin gesteht Markus W. zwar, dass er seine Frau getötet habe, doch es habe sich um einen Unfall beim Sex gehandelt.

Würgen sei eine gängige Sex-Praktik des Ehepaars gewesen, die sich Natalie W. gewünscht habe. "Ich habe meine Frau geliebt", heißt es in der Stellungnahme.

Angeklagter seit November in U-Haft

Als Zeuge sagte der Vermieter der Garage aus, in der im Januar die Holzkiste mit der Leiche gefunden wurde. Markus W. ist bereits seit November 2018 in Untersuchungshaft.

Denn er war auch schon tatverdächtig, bevor die Leiche gefunden wurde. Während der U-Haft blieb die Miete für die Garage aus. Daraufhin verschaffte sich der Zeuge Zutritt zur Garage und fand in der Holzkiste eine stark verweste Leiche.

"Massive Gewalteinwirkung am Hals"

Die Obduktion bestätigte, dass es sich bei dem Körper um Natalie W. handelte. Die Untersuchung wurde laut Rechtsmedizinerin Karin Schultheiss durch die Verwesung erheblich erschwert.

Dennoch habe man festgestellt, dass die Frau "massive Gewalteinwirkungen am Hals" erlitt. Sie habe auch Rippenbrüche erlitten. Ob Natalie W. erwürgt oder mit einem Gürtel erdrosselt wurde, ist auch nach der Obduktion unklar. Der Prozess wird am Donnerstag (16.05.2019) fortgesetzt.

Stand: 14.05.2019, 15:30