Mordprozess Hille: Gutachter belastet Kevin R.

Mordprozess Hille: Gutachter belastet Kevin R.

  • Prozess um den Dreifachmord von Hille
  • Gutachten zu Blutspritzern belasten Mitangeklagten Kevin R.
  • Weiteres Gutachten: Hauptverdächtiger soll Tatmesser abgeleckt haben

Im Mordprozess von Hille am Landgericht Bielefeld verdichten sich am Donnerstag (21.02.2019) die Beweise gegen den Jüngeren der beiden Angeklagten. Ein Experte für Blutspritzer hat eine Jacke des 24-Jährigen untersucht: Das Blut stammt vom dritten Opfer.

Laut Gutachten lassen Muster und Art der Spritzer nur den Schluss zu: Der Träger der Jacke hat zugeschlagen. Die Jacke gehört Kevin R., der in seiner Aussage bestritten hatte, an den Morden beteiligt gewesen zu sein. Kevin R. hatte ausgesagt, nur bei der Beseitigung der Leichen geholfen und nicht selbst getötet zu haben.

Grausiges Detail

Bereits Anfang Februar hatte die psychiatrische Gutachterin Nahlah Saimeh Auskunft über die Schuldfähigkeit des ehemaligen Zeitsoldaten gegeben. Sie bezeichnete Kevin R. als psychisch gesunden Mann. Ihr Gutachten wird das Gericht erst in ein paar Wochen in das Verfahren einführen.

Dabei wurde ein grausiges Detail bekannt: Der Hauptverdächtige Jörg W. soll nach einer Tat das blutverschmierte Messer abgeleckt haben. Das berichtete die Expertin, nachdem sie mit dem Mitangeklagten Kevin R. gesprochen hatte. "Er selbst habe diese Pose von Jörg W. als ekelhaft empfunden", sagte Saimeh.

Angeklagte beschuldigen sich gegenseitig

Bislang beschuldigen sich die beiden angeklagten Deutschen gegenseitig. Laut Anklage sollen die beiden drei Männer getötet haben, um sich zu bereichern. Die Leichen waren im Frühjahr 2018 verscharrt auf benachbarten Höfen im ostwestfälischen Hille gefunden worden.

Stand: 21.02.2019, 14:23