Wegen Mordes an Halbbruder: 15-Jährige aus Detmold vor Gericht

Das Landgericht Detmold

Wegen Mordes an Halbbruder: 15-Jährige aus Detmold vor Gericht

  • Nicht-öffentlicher Prozess
  • Motiv noch unklar
  • Rechtsmediziner und erste Zeugen sagen aus

Ein 15-jähriges Mädchen aus Detmold steht ab Montag (20.04.2020) vor dem Detmolder Landgericht. Sie soll ihren dreijährigen Halbbruder im Schlaf mit einem Messer getötet haben. Im nicht-öffentlichen Prozess hören die Richter heute bereits die ersten Zeugen und den Rechtsmediziner.

Angehörige hatten den toten Dreijährigen im November vergangenen Jahres in der Wohnung in Detmold gefunden. Die 15-jährige Halbschwester war geflohen. Sie wurde später in Lemgo festgenommen.

Noch keine Informationen zum Motiv

Das Mädchen soll den schlafenden Dreijährigen mit 28 Messerstichen getötet haben. Ihr Verteidiger charakterisierte die Angeklagte als introvertiertes, aber am Verfahren interessiertes, Mädchen. Der 15-Jährigen sei klar, dass eine Strafe auf sie warte, so ihr Verteidiger.

Warum die Jugendliche zugestochen haben könnte, ist unklar. Wegen des Alters des Mädchens gibt es keine Angaben zu einem möglichen Motiv. Weil sie noch minderjährig ist findet die Verhandlung gegen die 15-Jährige nicht öffentlich statt.

Verteidiger: Lieber Gefängnis als Psychiatrie

Ihr Verteidiger möchte unbedingt verhindern, dass seine Mandantin in der Jugendpsychiatrie untergebracht wird. Eine Jugendstrafanstalt mit einer anschließenden Chance auf ein normales Leben, sei auf jeden Fall besser für das Mädchen.

Psychiatrisches Gutachten in der nächsten Woche erwartet

Wichtig für die Beurteilung der Angeklagten ist das psychiatrische Gutachten der Sachverständigen. Der wird in der nächsten Woche gehört. Er soll einschätzen auf welcher Entwicklungsstufe sich die Angeklagte befand. Sie könnte eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren bekommen.

Stand: 20.04.2020, 17:41