Bosseborn-Prozess: Verteidiger von Angelika W. fordert Freispruch

Angeklagte Angelika W. und Peter Wüller, Verteidiger von Angelika W.

Bosseborn-Prozess: Verteidiger von Angelika W. fordert Freispruch

  • Verteidiger von Angelika W. plädiert für Freispruch
  • Staatsanwalt fordert eine lebenslange Haftstrafe
  • Urteil soll erst im Oktober fallen

Damit hatte im Gerichtssaal des Paderborner Landgerichts kaum jemand gerechnet. Nach fast zwei Stunden Plädoyer forderte der Verteidiger von Angelika W. am Dienstag (11.09.2018) einen Freispruch.

Mord sei nicht nachweisbar

Und das, obwohl die 49-Jährige in den vergangenen zwei Jahren detailliert geschildert hatte, wie sie das grauenvolle Sterben von zwei Frauen und die Qualen eines dritten Opfers in dem Haus in Höxter-Bosseborn aktiv begleitet hatte. Allerdings, so die Kern-Argumentation ihrer Verteidiger: Ein Mord durch Unterlassen sei ihr aus verschiedensten Gründen nicht nachweisbar.

Verteidiger des Mitangeklagten erstaunt

Das Plädoyer sorgte für großes Staunen. Der Verteidiger des Mitangeklagten Wilfried W. nannte es dreist und lächerlich. Für ihn habe sich Angelika W. ebenso schuldig gemacht wie ihr Ex-Mann.

Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich

Der Staatsanwalt hält Angelika W. für schuldig und fordert eine lebenslange Haftstrafe. Ebenso wie für ihren Ex-Mann Wilfried W., der außerdem in der Psychiatrie untergebracht werden soll. Das Landgericht Paderborn hat für den 5. Oktober ein Urteil angekündigt.

Stand: 11.09.2018, 16:31