Prozess um versuchten Mord in JVA Brackwede

Prozess um versuchten Mord in JVA Brackwede

  • Angreifer und Opfer saßen in der gleichen JVA
  • Opfer soll Angreifer verraten haben
  • Beide Gefangenen werden in gleiche JVA nach Bielefeld verlegt

Dem Angeklagten werden versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der 53-Jährige soll im Innenhof der JVA einen Mithäftling mit einem abgebrochenen, scharfkantigen Griff einer Kanne im Februar vergangenen Jahres angegriffen haben. Der Mithäftling konnte die Attacke allerdings abwehren. Er belastete am Donnerstagmorgen (29.11.2018) den Angeklagten.

Anwalt wirft Justiz Versagen vor

Hintergrund könnte laut Staatsanwaltschaft ein Racheakt gewesen sein. Der Angeklagte soll geplant haben, in der JVA Düsseldorf zwei Justizbeamte umzubringen. Doch er wurde von einem Mithäftling verraten. Beide sahen sich wieder, als der Angeklagte nach Bielefeld verlegt wurde, wo der Mithäftling inzwischen auch einsaß. Für den Anwalt des Mithäftlings, Martin Lauppe-Assmann, ein Justizfehler: "Das ist aus meiner Sicht ein Justizversagen, weil man einfach wissen musste, aus einfachem Aktenstudium, dass es hier zu einer explosiven Lage kommen würde." Aus Rache über den angeblichen Verrat soll der Angeklagte auf ihn losgegangen sein.

Angeklagte hatte 2014 drei Menschen umgebracht

Der Angeklagte hatte 2014 drei Menschen umgebracht und drei schwer verletzt. Seine Opfer waren Rechtsanwälte, von denen er sich schlecht beraten fühlte. Dafür erhielt er eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Stand: 29.11.2018, 15:56