Blockade gegen Urantransport im Münsterland beendet

Umweltaktivisten blockieren Urantransport Lokalzeit Münsterland 18.11.2019 04:14 Min. Verfügbar bis 18.11.2020 WDR Von Christian Schweitzer

Blockade gegen Urantransport im Münsterland beendet

  • Atomkraftgegner stoppen Urantransport
  • Acht Stunden lang in Seilen über den Schienen
  • Abgereichertes Uranmaterial für Russland

Die Blockade gegen einen Atomtransport auf der Bahnstrecke zwischen Metelen und Steinfurt ist beendet. Drei Aktivistinnen waren am Montagmittag (18.11.2019) auf Bäume geklettert und hatten sich dann über den Schienen abgeseilt. Die Polizei versuchte, sie zum Aufgeben zu bewegen. Nach acht Stunden kletterten die Aktivisten freiwillig von den Bäumen.

Ein Demonstrant hängt in Bäumen über Bahngleisen und Polizeibeamten

Stundenlang hingen die Aktivistinnen über der Bahnstrecke

Eine Frau humpelte, sie wurde von Rettungskräften medizinisch versorgt. Die Polizei nahm die Personalien von den Aktivisten auf. Eine von ihnen ist eine bekannte Französin, die schon mehrfach Gleise blockiert hatte. Eine weitere Aktivistin hatten Polizisten bereits am Nachmittag von einer Brücke in Gronau geholt. Ihnen allen droht jetzt eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Uranabfällel gehen nach Russland

stehender Zug im Wald

Der Transport musste den ganzen Tag über im Wald warten

Unmittelbar nach dem Ende der Blockade gegen 19 Uhr setzte sich der Zug mit dem abgereicherten Uranmaterial der Gronauer Firma Urenco wieder in Bewegung Richtung Münster, dann weiter über Hamm nach Amsterdam. Von dort gehen die Produktionsabfälle aus der Urananreicherungsanlage in Gronau, die offiziell als Wertstoff gelten, per Schiff an eine Atomanlage im russischen Jekaterinburg.

Wiederholte Proteste

mehrere Menschen mit Transparent und Fahnen vor dem Hauptbahnhof Münster

Mahnwache am Hauptbahnhof in Münster

Wie schon beim letzten Transport hatten Atomkraftgegner auch an den Bahnhöfen in Münster, Drensteinfurt und Hamm demonstriert. Bereits am Sonntag (17.11.2019) hatte es Proteste vor der Urananreicherungsanlage in Gronau gegeben. Die Gegner sehen eine Gefährdung der Bevölkerung durch die Transporte, die sie nicht weiter hinnehmen wollen. Deutscher Uranabfall müsse auch in Deutschland entsorgt werden.

Atommüllentsorgung in Russland

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 25.10.2019 05:51 Min. Verfügbar bis 24.10.2024 WDR 5 Von Axel Bach

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Stand: 18.11.2019, 20:45