Weitere Strafanzeigen nach Gewalt beim Regionalderby in Münster

Fußballfans mit Pyrotechnik, die auf den Zaun vor der Tribüne klettern.

Weitere Strafanzeigen nach Gewalt beim Regionalderby in Münster

Nach den heftigen Ausschreitungen bei dem Regionalliga-Spiel zwischen Preußen Münster und Rot-Weiss Essen Mitte September hat sich die Zahl der Strafanzeigen auf neun erhöht.

Hooligans aus der Essener Fußball-Szene hatten am 14. September unter anderem Jagd auf Preußen-Fans gemacht. 30 Menschen wurden dabei verletzt. Mittlerweile liegen nicht mehr zwei, sondern neun Strafanzeigen vor. Dabei geht es unter anderem um gefährliche Körperverletzung.

Ließ sich Tor leicht öffnen?

Nach den kriminaltechnischen Untersuchungen wird vermutet, dass eines der Tore, durch die die Hooligans in den verfeindeten Fanblock drängen konnten, von außen manipuliert worden sein könnte. Und zwar so, dass es sich leicht öffnen ließ.

Preußen Münster selbst versichert, dass die Tore technisch einwandfrei sind. Trotzdem werden jetzt vor dem Spiel gegen Wuppertal am Sonntag (26.09.2021) die Toranlagen technisch nachgerüstet.

30 Verletzte beim Regionalligaspiel Preußen – RWE Lokalzeit Münsterland 15.09.2021 03:06 Min. Verfügbar bis 15.09.2022 WDR Von Ekkehard Wolff

Gewaltausbruch nach zunächst friedlichem Spielverlauf

Die Regionalligapartie zwischen Preußen Münster und Rot-Weiss Essen war zunächst friedlich verlaufen. Doch am Ende gab es heftige Ausschreitungen, gefährliche Pyrotechnik, Schwerverletzte und Festnahmen.

7.500 Zuschauer, darunter 800 Anhänger aus Essen, waren bei diesem so genannten Risikospiel im Stadion. Nach Darstellung der Polizei ging die Gewalt vom Essener Fan-Lager aus.

Nach dem Schlusspfiff mit dem 3:2-Auswärtssieg der Essener durchbrachen deren Ultras zwei Tore ihres Fan-Blocks und stürmten Richtung Preußen-Anhang. Die Auseinandersetzungen gingen auch außerhalb des Stadions weiter.

Rentner stürzt von der Tribüne

Nach Polizeiangaben wurden bei den Ausschreitungen 30 Personen verletzt, vier mussten ins Krankenhaus. Ein Rentner wurde beim Ansturm der Essener von der Tribüne gestoßen und schwer verletzt. Schwer verletzt wurde den Angaben zufolge auch ein Ordner.

Die Polizei setzte Pfefferspay ein; es gab zwei Festnahmen. Sie ermittelt wegen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch. Wegen Abbrennens von Pyrotechnik in beiden Fan-Lagern wurde ein Verfahren gegen beide Vereine beim Sportgericht des Westdeutschen Fußballverbandes eingeleitet.

Preußen Münster: "Das hat nichts mit Fußball zu tun"

Der Clubsprecher von Preußen Münster, Marcel Weskamp, äußerte Unverständnis für die Gewalt: "Eine ziemlich große Zahl von RWE-Fans haben Tore durchbrochen und Jagd auf Preußen-Fans gemacht. Das hat nichts mit Fußball zu tun und ist wirklich unerklärlich."

Rot-Weiss Essen: "Rote Linie überschritten“

Essens Vorstandschef Marcus Uhlig entschuldigte sich "aufrichtig im Namen von RWE" bei allen Verletzten. "Diese kriminellen Handlungen sind in keinster Weise zu tolerieren", sagte Uhlig und erklärte, "dass hier eine rote Linie überschritten und dem Verein Rot-Weiss Essen ein Bärendienst erwiesen wurde".

Stand: 22.09.2021, 11:32