In Sundern gestohlene Poststücke im Müll gefunden

In Sundern gestohlene Poststücke im Müll gefunden

Von Mike Külpmann

  • Tausende von Poststücken in Container gefunden
  • Fahrer von Subunternehmen unter Verdacht
  • Staatsanwaltschaft ermittelt

Eigentlich wollte Sabrina Schluh-Arndt, Hausmeisterin einer Grundschule in Sundern, nur Müllsäcke in den Container werfen. Doch was sie dort vorfand, könnte eine Erklärung dafür sein, warum auch im Hochsauerlandkreis zahlreiche Einschreiben und Briefe nicht bei den Adressaten angekommen sind:

Postunterschlagung

Sabrina Schluh-Arndt

Der Container ist voll mit Post in Plastiksäcken: aufgerissenen Briefe, Einschreiben, Trauerkarten, Päckchen. Sabrina Schluh-Arndt holt die Polizei: "Mir war klar, dass das nicht mit rechten Dingen zugehen kann", so die Hausmeisterin.

Beute bei sechs Verdächtigen gefunden

Und auch die Polizei staunt nicht schlecht: Es sind tausende Poststücke, die sie dort findet, und dank Zeugenhinweisen ermitteln die Beamten dann gegen die mutmaßlichen Täter. Es sind sechs Männer, die nahe beim Fundort in Sundern wohnen, allerdings allesamt in Berlin und Oldenburg gemeldet sind.

Mülltonne Postunterschlagung

In diesem Container lagen tausende Briefe und Päckchen.

In ihrer Wohnung entdeckt die Polizei Handys, Tablets, Warengutscheine und rund 20.000 Euro Bargeld. "Wir gehen davon aus, dass es sich bei den Männern um Subunternehmer der Post handelt, die für den Brieftransport zuständig waren und so an ihre Beute kamen", so Sebastian Held von der Polizei des Hochsauerlandkreises.

Sundern nur ein Fall von mehreren

Das Schema erinnert an ähnliche Fälle in Siegen und Umgebung: Auch hier wurde durchwühlte Post in einem Mülleimer gefunden, auch hier verschwanden zahllose Briefe und Einschreiben. Nachforschungsaufträge bei der Post verliefen ergebnislos. Im Logistikzentrum Siegen verliert sich die Spur.

Eine Hand hält Briefe, die im Briefzentrum sortiert werden

Im Verteilzentrum verliert sich die Spur.

Offenbar wurde auch hier Post im großen Stil geklaut. Ein Insider berichtet dem WDR, dass Fahrer von Subunternehmen bandenmäßig mit ihren Transportern an Parkplätzen anhalten und ganze Postboxen in andere Autos umgeladen werden.

Die Staatsanwaltschaft Siegen bestätigt, dass gegen drei Fahrer eines Subunternehmens ermittelt wird. Die Post wollte sich zu den Vorfällen nicht äußern. Sie will erst die Ermittlungen abwarten.

Stand: 27.02.2019, 06:43

Kommentare zum Thema

16 Kommentare

  • 16 Liv Lammer 28.02.2019, 10:40 Uhr

    Da braucht man sich doch gar nicht wundern, wenn man sieht wer heute Post und auch Pakete austrägt. Viele von den haben doch gar keine Verantwortung, Pflichtbewusstsein, Gewissenhaftigkeit usw. und Deutsch sprechen sie auch kaum.

  • 15 Der Udo 28.02.2019, 10:17 Uhr

    Ich habe die Erfahrung nach der Inanspruchnahme eines Postlager-Auftrages wegen Urlaub gemacht. Zum einen war der Briefkasten trotzdem übervoll, zum anderen sind einige Sendungen, wie Zeitschriften und eine Gehaltsabrechnung nie wieder aufgetaucht... Auf Nachfrage beim "Servicecenter" wurde ich mit mehreren Telefonnummern bedacht, bei denen sich niemand zuständig fühlte. Mein Opa war Postbeamter, er kann nicht mehr erleben, was aus "seiner " Post geworden ist. Übrigens, nicht umsonst gab es Beamte, die für die Auslieferung der ihnen anvertrauen Postsendungen, zuständig waren.

  • 14 Helmut G. 27.02.2019, 18:53 Uhr

    Subunternehmer beschäftigt man um Geld zu sparen. Die werden viel schlechter bezahlt als die eigenen Beschäftigten. Dass sie dann ihre Arbeit manchmal schlampig verrichten oder sich verbotenerweise bereichern, wird in Kauf genommen, solange es die Öffentlichkeit nicht mitkriegt. Es darf ja alles nichts kosten sondern muss möglichst billig sein. Also hat man die Bundespost privatisiert, das Monopol für den Paket- und Briefdienst abgeschafft und sich über die Einsparungen gefreut. Und so etwas sind dann eben die Schattenseiten dieser von der Mehrheit gewollten Sparmaßnahmen.

  • 13 terrywm1 27.02.2019, 18:38 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 12 Renate Gramenz 27.02.2019, 18:02 Uhr

    Bei mir kommen dauernd versendete Pakete nicht an. Pakete die zu uns kommen sollten, einfach zurück geschickt, angeblich kein Name an der Tür, zu faul die Haustür zu suchen. Pakete werden einfach eingerissen, damit sie besser getragen werden können, nur Schrauben dürfen dann nicht herausfallen. Ein Paket ist nach langer Reise im Fundus gelandet, zu faul auszuliefern, konnte dann einiges wegwerfen. Grill kam defekt an, Schaden ca. 150€, habe nichts erhalten. Erst wird man von einem zum anderen geschickt, keiner hat Ahnung,dann im Internet wenn man Glück hat gehts. Dann plötzlich auf Englisch alles, man kommt nicht mehr an unsere Deutsche Sprache heran, das war es dann. Bei den Leuten, wie die mit Paketen umgehen, welche Leute die einstellen, grauenhaft. Kein Verantwortungsgefühl. Dies in kurzer Zusammenfassung. Die Post-----------das allerletzte. Keiner ist verantwortlich.

    Antworten (2)
    • Helmut G. 27.02.2019, 18:55 Uhr

      Kenn ich. Das ist aber meistens nicht die Post, bzw. DHL, sondern andere Paketdienste, die noch billiger sind als die Post. Oft ist die einzige Qualifikation der Auslieferer, dass sie einen Führerschein haben und ein paar Buchstaben entziffern können. Aber bei der Bezahlung macht auch kein anderer den Job.

    • Lieschen Müller 28.02.2019, 10:43 Uhr

      .. ja es geht weiter abwärts mit Deutschland, es fehlt Verantwortung und Fleiß.

  • 11 Harald 27.02.2019, 17:38 Uhr

    Ist ja bald schlimmer wie bei Hermes...

  • 10 Waescher_Heinz 27.02.2019, 17:11 Uhr

    Schade!

  • 9 Wäscher_Heinz 27.02.2019, 17:03 Uhr

    Die Verantwortung dürfte bei der Post liegen. schaun wer mal, wer den Saustall wann aufräumt, oder ob, wie üblich, mal wieder 10 Jahre nichts passiert, außer das Briefporto erhöht wird. :-)

  • 8 Der Eingeweihte 27.02.2019, 16:58 Uhr

    Subunternehmer sind günstiger. Die Post spart immer mehr an den eigenen Mitarbeitern. Die langjährigen Kollegen werden bei Kleinigkeiten abgemahnt. Immer mehr werden gemobbt, selbst Schwerbehinderten die arbeiten wollen, wird keine Möglichkeit geboten. Selbst nach Betriebsarztbesuchen mit Empfehlung für Elektrorad, wird lieber den körperlich unversehrten Vorarbeiterinnen dies zur Verfügung gestellt. Was zu günstige Arbeiter bringen, kann man hier mal wieder sehen. Na Herr Appel, wieder für die Aktionäre alles richtig gemacht?

  • 7 Chris 27.02.2019, 15:54 Uhr

    Na , da zeigt doch das Wort "Privatisierung " mal seine wahre Bedeutung !

  • 6 Hans Holte 27.02.2019, 15:29 Uhr

    Nicht nur die Arbeitnehmer bezahlen die Privatisierung der Post.