Verdacht auf Kinderpornografie: Polizeimitarbeiter freigestellt

Verdacht auf Kinderpornografie: Polizeimitarbeiter freigestellt

  • 34 Jahre alter Polizeimitarbeiter soll Kinderpornografie besessen haben
  • Mitarbeiter hatte auch mit kinderpornografischem Material zu tun
  • Behörde räumt Fehler ein

Nachdem sich Hinweise gegen einen 34-jährigen Mitarbeiter der Kreispolizeibehörde Paderborn wegen des Verdachts auf den Besitz von Kinderpornographie erhärtet haben, hat der Kreis Paderborn einen Mitarbeiter freigestellt. Außerdem will der Kreis dem Mitarbeiter kündigen. Dem Mann wurde außerdem verboten, die Büros der Paderborner Polizei zu betreten.

Mann erst 2019 eingestellt

Der 34-Jährige war erst im Juli 2019 als so genannter IT-Ermittlungsunterstützer in der Direktion Kriminalität eingestellt worden. Er hat die Beamten unterstützt und Datenträger für sie aufbereitet. Dabei hatte er auch mit kinderpornografischem Material zu tun. Laut Polizei hat er aber kein Material im Dienst abgegriffen. Hinweise, dass er Fotos in einem Freibad in Lippe gemacht haben soll, bestätigte die Behörde nicht. Der Mann soll auch nicht mit dem Fall Lügde zu tun gehabt haben.

Bei der internen Untersuchung hat sich herausgestellt, dass gegen den Mann ein Strafverfahren im Kreis Lippe läuft. Zuständig für die neuen Ermittlungen gegen den Beschäftigten der Polizei ist die Kriminalhauptstelle in Bielefeld.

Sicherheitsüberprüfung nicht erfolgt

Die Polizeibehörde in Paderborn hat am Donnerstagnachmittag (21.11.2019) gegenüber dem WDR Fehler bei der Einstellung des Mitarbeiters eingeräumt. Zwar wurde das polizeiliche Führungszeignis, welches "absolut sauber war", überprüft, sagt Polizeisprecher Michael Biermann. Es sei jedoch ein "Versehen dieser Behörde" gewesen, dass "die nach dem Datenschutz mittlerweile erlaubte Sicherheitsüberprüfung nicht erfolgt ist." In Zukunft wolle die Polizei Paderborn bei der Einstellung von externen Mitarbeitern sämtliche Überprüfungs-Möglichkeiten ausschöpfen.

Reaktion aus dem NRW-Innenministerium

Das NRW-Innenministerium reagierte umgehend auf den Fall. Innenminister Herbert Reul stellt klar, dass alle neu angestellten Personen, "die in dem Bereich tätig sind, nicht nur normal überprüft werden, sondern dass man auch in die Verfahrensliste reinschaut". Auch nachträgliche Kontrollen von bereits Angestellten sollten erfolgen.

Stand: 22.11.2019, 06:35