Tod eines Pflegekindes: Jugendamt sah keine Auffälligkeiten

Tod eines Pflegekindes: Jugendamt sah keine Auffälligkeiten

  • An Verletzungen gestorbenes Kleinkind kam aus Gelsenkirchen
  • Jugendamt hatte es in eine Pflegefamilie vermittelt
  • Pflegevater aus Plettenberg sitzt in U-Haft

Die Mitarbeiter des Jugendamts in Gelsenkirchen haben keine Erklärung für den Tod eines Kleinkinds in einer Plettenberger Pflegefamilie. Der Junge war am Mittwochabend (03.01.2019) schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden und am Donnerstagmorgen (04.01.2019) an seinen Verletzungen gestorben.

Der 18 Monate alte Junge stammte aus einer Gelsenkirchener Familie. Die Stadt habe das Kind im Juli 2018 aus schwierigen Verhältnissen zunächst vorläufig in Obhut genommen.

Professionelle Betreuung gesucht

Anschließend sei über die Lebenshilfe eine Pflegefamilie gesucht worden. Da der Junge zu früh geboren wurde, habe man eine professionelle Pflegestelle gesucht, sagte Martin Schulmann, Sprecher der Stadt Gelsenkirchen, dem WDR am Montag (07.01.2019). Das bedeutet, dass mindestens ein Elternteil eine pädagogische Qualifikation hat.

In die Plettenberger Pflegefamilie sei das Kind im August 2018 gekommen. Rund 20 Mal hätten Mitarbeiter des Jugendamts und der Lebenshilfe die Familie seit Sommer vergangenen Jahres besucht, so Schulmann.

"Familien Verhältnisse waren in Ordnung"

Er betonte: "Alle Besuche haben darauf hingedeutet, dass das Kind dort gut untergebracht ist. Die familiären Verhältnisse waren in Ordnung, es gab keinerlei Hinweise auf irgendwelche Beeinträchtigungen."

Bisher ermittelt die Hagener Staatsanwaltschaft nicht gegen das Jugendamt und die Lebenshilfe. Der Pflegevater steht unter Verdacht, den Jungen schwer verletzt zu haben, er sitzt in Untersuchungshaft.

Stand: 07.01.2019, 19:11