Münstersche Forscher finden Plastik in Mineralwasser

Münstersche Forscher finden Plastik in Mineralwasser

  • Messmethode macht kleinste Teilchen sichtbar
  • 120 Partikel in jedem Liter Mineralwasser
  • Folgen für die Gesundheit unbekannt

Wissenschaftlern des Chemischen Untersuchungsamts in Münster ist der Nachweis von Mikroplastik in Mineralwasserflaschen gelungen. Besonders viele Partikel waren in Mehrwegflaschen aus PET, in Glasflaschen fanden sich deutlich weniger.

Verfeinerte Messmethode

Die Doktorandin Darena Schymanski hat dafür eine Untersuchungsmethode aus der Pharmaindustrie verfeinert. Laserstrahlen machen die Mikropartikel sichtbar, die sich bisher nicht nachweisen ließen.

Mikroplastik in allen Proben

Eine Frau im weißen Kittel sitzt vor einem Monitor und zeigt etwas

Darena Schymanski hat die Mikroplastik nachgewiesen

Jedes der 38 untersuchten Mineralwässer wies Gehalte an Mikroplastik auf. "Wir haben herausgefunden, dass vor allem in Mehrwegflaschen aus Plastik der höchste Anteil an Mikroplastik ist", so Darena Schymanski. PET-Flaschen könnten bis zu 50 Mal wiederverwendet werden, "dabei scheinen die Innenwände der Flaschen wohl aufgeraut werden".

Folgen für die Gesundheit

Die meisten Plastikpartikel in Kunststoffflaschen sind sehr klein. "Diese Mikropartikel im untersten Messbereich können menschliches Gewebe durchdringen, also durch die Darmwände wandern", so Darena Schymanski. Welche Folgen das für die Gesundheit habe, sei noch nicht erforscht.

Plastik reichert sich im Körper an

In jedem Liter Mineralwasser seien durchschnittlich 120 Plastikpartikel gefunden worden. Wer zwei Liter Wasser konsumiere, nehme täglich also etwa 240 Partikel Mikroplastik auf.

Nanopartikel noch nicht messbar

Die Forscher wollen ihre Messmethode weiter verfeinern, um in naher Zukunft auch noch kleinere Teilchen - das so genannte Nanoplastik - sichtbar zu machen. Das, so Experten, soll für den Menschen noch kritischer sein als Mikroplastik.

Stand: 13.02.2018, 11:38