"Bosseborn-Prozess": Lebenslange Haft gefordert

"Bosseborn-Prozess": Lebenslange Haft gefordert

  • Staatsanwalt fordert Lebenslange Haftstrafen
  • Angeklagter Wilfried W. soll in Psychiatrie
  • Frauen waren gequält und getötet worden
Die Angeklagten zwischen ihren Verteidigern

Die Angeklagten zwischen ihren Verteidigern

Seit fast zwei Jahren läuft am Paderborner Landgericht der Prozess wegen der Foltermorde in Höxter-Bosseborn. Die Staatsanwaltschaft beantragte am Mittwoch (05.09.2018) für beide Angeklagte lebenslange Freiheitsstrafen. Der Angeklagte Wilfried W. soll zusätzlich noch in einer Psychiatrie untergebracht werden.

Die Staatsanwaltschaft bewertete die Misshandlungen von mehreren Frauen durch Angelika und Wilfried W. als Körperverletzungen, versuchten und vollendeten Mord durch Unterlassen. Nebenklägerin ist die Mutter einer der beiden toten Frauen.

Anwalt: Angeklagte wollten "Macht ausüben"

Ihr Anwalt wies noch einmal darauf hin, dass es den Angeklagten Angelika und Wilfried W. darauf angekommen sei, über die Frauen in ihrem Haus Macht auszuüben. Keiner der beiden habe auf Druck des anderen gehandelt. Beide seien gemeinschaftlich für ihre Taten verantwortlich. Milderungsgründe gebe es keine. Deshalb sei für beide Angeklagte lebenslange Freiheitsstrafen angemessen.

Langzeit-Prozess auf der Zielgeraden

Angelika W. und Peter Wüller, Verteidiger von Angelika W.

Angelika W. und ihr Verteidiger im Juli 2018

Das Verfahren war vor allem wegen der Art ungewöhnlich, mit der sich die beiden Angeklagten vor Gericht darstellten. Auf der einen Seite Angelika W., eine Frau, die grausamste Misshandlungen völlig emotionslos schilderte. Auf der anderen Seite ihr Ex-Mann Wilfried W., der sich für unschuldig hält und zu Unrecht verfolgt fühlt.

Verbrechen weltweit in den Schlagzeilen

Wilfried W. ist im Bosseborn-Mordprozess vor dem Landgericht Paderbon angeklagt

Angeklagter Wilfried W. mit seinen Anwälten im September 2017

Beide sollen laut Anklage per Kontaktanzeige regelmäßig Frauen in das Haus gelockt und dort teils monatelang gequält haben. Zwei von ihnen überlebten die Torturen nicht, weil die Angeklagten sie nicht zum Arzt brachten.

Die Verbrechen, die sich im Wohnhaus der beiden Angeklagten in Höxter-Bosseborn abgespielt hatten, sorgten weltweit für Aufsehen und Schlagzeilen.

Stand: 05.09.2018, 14:56

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