Burbach: Plädoyers im Prozess gegen Ex-Heimleiter

Der ehemalige Heimleiter neben seinem Anwalt auf der Anklagebank

Burbach: Plädoyers im Prozess gegen Ex-Heimleiter

  • Burbach: Ex-Heimleiter gibt Fehler zu
  • Staatsanwalt fordert 1,5 Jahre auf Bewährung
  • Angeklagter ließ Flüchtlinge einsperren

Im Prozess gegen einen ehemaligen Leiter der Flüchtlingsunterkunft in Burbach hat der Staatsanwalt am Montag (14.01.2019) eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung wegen Freiheitsberaubung gefordert.

Staatsanwalt, Richter und Verteidiger hatten sich im Vorfeld auf eine Bewährungsstrafe zwischen einem und eineinhalb Jahren geeinigt. Voraussetzung: Der Angeklagte gesteht umfänglich.

Eigenes Strafsystem entwickelt

Während der Verteidiger in seinem Plädoyer ein Jahr Haft auf Bewährung forderte, ging der Staatsanwalt mit seiner Forderung an die obere Grenze der Vereinbarung.

Seiner Ansicht nach trägt der Angeklagte die Gesamtverantwortung dafür, dass Flüchtlinge eingesperrt, geschlagen und gedemütigt wurden. Die Mitarbeiter hatten ein eigenes Strafsystem entwickelt und riefen nicht immer die Polizei, um den Ruf der Einrichtung nicht zu schädigen.

Angeklagter gab Fehler zu

Der Staatsanwalt betonte, der Angeklagte als Heimleiter hätte da nicht mitspielen dürfen und die Notbremse ziehen müssen. Der ehemalige Heimleiter gab am Ende zu, große Fehler gemacht zu haben, die er zutiefst bereue.

In dem Fall, in dem ein Flüchtling in seinem Erbrochenen auf einer Matratze lag, hatte der damalige Heimleiter selbst angeordnet, dass der Mann noch weitere Tage in dem Zimmer bleiben soll.

Das Urteil wird am Dienstag (22.01.2018) gesprochen.

Stand: 14.01.2019, 16:27