Bertelsmann Stiftung fordert grundlegende Pflegereform

Das Bild zeigt zwei Pflegerinnen bei der Arbeit.

Bertelsmann Stiftung fordert grundlegende Pflegereform

  • Neue Studie zu Pflegeversicherung
  • Pflegekosten und Zahl der Pflegebedürftigen steigen
  • Höherer Beitragssatz und mehr Steuerzuschüsse gefordert

Die Pflegekosten steigen in Deutschland rasant. Das trifft vor allem die jüngeren Generationen immer härter. Die Bertelsmann Stiftung fordert daher eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung mit steigenden Zuschüssen aus Steuermitteln. Auch Pflegeverbände unterstützen das.

Zukünftig über fünf Millionen Pflegebedürftige

Seit der Jahrtausendwende hat sich die Zahl Pflegebedürftigen auf über drei Millionen verdoppelt. Bis zum Jahr 2050 werden es über fünf Millionen sein.

Pflegekosten nicht mehr zu "stemmen"?

Die Kosten der Pflege steigen. Der vor vier Jahren eingerichtete Pflegevorsorgefonds kann das bald nicht mehr stemmen, warnt die Bertelsmann Stiftung. Sie fordert, den Beitragssatz zur Pflegeversicherung von drei auf 3,5 Prozent anzuheben.

Der Staat solle außerdem Steuermittel zuschießen. Anfangs rund zehn Milliarden Euro pro Jahr. Bis 2050 sollen es jährlich rund 25 Milliarden sein. So könne man die Versicherungsbeiträge stabil halten.

Pflegeverbände fordern "echten Systemwechsel"

Eine Initiative "Pro-Pflegereform" der Verbände unterstützt das. Sie fordert aber noch mehr Mittel als die Bertelsmann-Stiftung und einen "echten Systemwechsel". Die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Pflege müssten überwunden und eine Pflegevollversicherung eingeführt werden, so die Initiative.

Stand: 21.11.2019, 07:32