Olper Krankenschwester: "Wir sind am Limit"

Olper Krankenschwester: "Wir sind am Limit" 03:18 Min. Verfügbar bis 12.03.2022

Olper Krankenschwester: "Wir sind am Limit"

Katrin Haubenschild arbeitet als Fachpflegerin für Intensiv- und Anästhesiepflege im Sankt Martinus-Hospital in Olpe. Sie beklagt vor allem das fehlende medizinische Personal in den Krankenhäusern.

WDR: Frau Haubenschild, aktuell arbeiten Sie auf der Anästhesiestation. Wie ist die Situation dort für Sie?

Katrin Haubenschild: Das ist alles gut machbar, es nennt sich Anästhesiepflege. Ich habe vorher auf der Intensivstation gearbeitet. Da haben wir zwar mehr Personal gehabt, aber eben auch mehr Arbeit. Man kann es sich vielleicht nicht vorstellen, aber es ist durchaus möglich, dass man mit einem Patienten zwei Pflegekräfte für den ganzen Tag bindet. Auch da ist es einfach das fehlende Personal was es am schwierigsten macht. Wenn wir mehr Leute hätten, dann wäre es ok.

WDR: Wie sah es denn vor der Corona-Pandemie auf den Stationen aus?

Pflegepersonal im Einsatz auf der Intensiv- und Anästhesiestation

Die Pflegekräfte wünschen sich mehr Unterstützung.

Haubenschild: Es war damals schon so, dass es einfach zu viel Arbeit für zu wenig Personal ist. Es kann nicht sein, das eine Schwester abends im Spätdienst, nur zusammen mit einem Schüler für 30 Patienten zuständig ist.

WDR: Hatten Sie in dieser Zeit auch Angst um sich selber?

Haubenschild: Im Frühjahr letzten Jahres wussten wir ja nicht was kommt. Neben dem wenigem Personal hatten wir zu wenig Masken. Wir waren uns nicht sicher ob wir genügend Ausrüstung haben und wie wir uns überhaupt schützen konnten. Da sind wir jetzt einen Schritt weiter.

WDR: Damals haben ja viele ihren Dank an das Pflegepersonal ausgedrückt. Es gab viele Aktionen, wie Applaus vom Balkon, oder kostenloses Essen in Restaurants. Was halten Sie davon?

Haubenschild: Ich glaube, dass die meisten Leute in der Pflege sich gar nicht mehr Geld wünschen, sondern mehr Unterstützung, mehr Leute. Die meisten möchten ihren Job gut machen, können es aber nicht, weil es fehlt einfach die Zeit. Deshalb wünsche ich mir eine nachhaltige Hilfe, sprich mehr Personal.

Das Interview führte Janine Simon

Stand: 12.03.2021, 09:35