Anfeindungen gegen homosexuellen Pfarrer in Vlotho

Symbolbild: Gläubiger sitzt auf einer Kirchenbank

Anfeindungen gegen homosexuellen Pfarrer in Vlotho

  • Pfarrer will Kirchengemeinde verlassen
  • Offenbar Mobbing über Jahre
  • Präses Annette Kurschus ist entsetzt

Der Kirchenkreis Vlotho im Kreis Herford stellt sich hinter einen Pfarrer der evangelischen Gemeinde St. Stephan. Wie der Kirchenkreis am Donnerstag (21.11.20149) bestätigte, hatte der angekündigt, die Kirchengemeinde verlassen zu wollen. Er sei wegen seiner Homosexualität über Jahre angefeindet worden.

"Anfeidungen inakzeptabel"

Der Pfarrer und sein Partner wurden immer wieder diskriminiert. Nie direkt. Über Dritte habe der Geistliche davon erfahren, sagt ein Vertreter des Kirchenkreises, "Die Anfeindungen seien inakzeptabel." Der Pfarrer hat sich bereits auf eine andere Pfarrstelle innerhalb der evangelischen Kirche von Westfalen beworben.

Sympathie-Kundgebung unerwünscht

In einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem Kirchenkreis Vlotho gab er bekannt, er wolle keine Sympathie-Kundgebung zum Gottesdienst am Sonntag. Diese war in sozialen Netzwerken angekündigt worden.

Annette Kurschus ist "entsetzt"

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen ist entsetzt und beschämt über Anfeindungen gegen den Pfarrer in Vlotho. Annette Kurschus bedauert im Gespräch mit dem WDR am Freitag (22.11.2019) zutiefst, dass der Geistliche wegen jahrelangen Mobbings die Gemeinde verlassen will. Sie verstehe, dass es unterschiedliche Ansichten zur Homosexualität gebe, so Kurschus. "Ich kann aber sehr wohl erwarten, dass Menschen respektieren, dass es unterschiedliche Weisen zu lieben gibt." Kurschus hofft, dass der Pfarrer bleibt, weil er eine sehr gute Arbeit mache.

Gottes Segen für gleichgeschlechtliche Ehen Lokalzeit OWL 14.06.2019 02:26 Min. Verfügbar bis 14.06.2020 WDR Von Raphael Vasquez

Stand: 22.11.2019, 15:46