Pestizidstudie: Hohe Belastung im Kreis Paderborn

Ein Arbeiter sprüht Pestizide auf einem Feld in der Nähe der indischen Stadt Amritsar.

Pestizidstudie: Hohe Belastung im Kreis Paderborn

Für eine bundesweite Studie über Pestizide, die sich über die Luft verbreiten, wurden auch Daten im Kreis Paderborn erhoben. Dort sei die Belastung überdurchschnittlich hoch.

Felder von Biolandwirten werden durch Pestizide belastet, die sich über die Luft verbreiten. Das zeigt die bundesweite Studie, die das Umweltinstitut München und Bauern aus dem "Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft" gemeinsam in Auftrag gegeben haben.

24 Pestizide in Lichtenau nachgewiesen

In Lichtenau im Kreis Paderborn hat ein Biolandwirt für die Studie von März bis November 2019 giftige Stoffe in der Luft gemessen. Neben Glyphosat konnte er weitere 23 Pestizide nachweisen. Und zwar eine überdurchschnittlich hohe Konzentration, heißt es in der Studie.

An 163 Orten in Deutschland wurde gemessen. In NRW schnitt der Kreis Paderborn besonders schlecht ab. Die Ergebnisse zeigen, dass Pestizide über die Luft weit verbreitet werden.

Das belaste die Gesundheit und die Artenfalt, so die Initiatoren. Sie fordern unter anderem ein Sofortverbot von fünf besonders kritischen Pestiziden und die Entschädigung von Bio-Landwirten.

Pestizidhersteller wehren sich

Der Industrieverband Agrar, der 35 deutsche Pestizidhersteller vertritt, verweist gegenüber der ARD auf die Messungen der Industrie in den gesetzlich geregelten Zulassungsverfahren. "Die Spuren, die wir gefunden haben, liegen weit unter den Grenzwerten", so der Vorsitzende Frank Gemmer.

Die Politik hat auf die Proteste der Biobauern reagiert. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft kündigte ein eigenes Luftmessprogramm an und mögliche Konsequenzen für künftige Zulassungsverfahren von Pestiziden.

Wie viel Pestizide landen auf dem Teller? Quarks 06.08.2020 03:22 Min. UT Verfügbar bis 06.08.2025 WDR Von Katharina Adick

Stand: 29.09.2020, 10:57