Pausenbrot vergiftet: Täter muss mehr als eine Million Euro Schmerzensgeld zahlen

Pausenbrot vergiftet: Täter muss mehr als eine Million Euro Schmerzensgeld zahlen

  • Arbeitgericht Bielefeld urteilt im Pausenbrot-Fall
  • Täter muss hohes Schmerzensgeld zahlen
  • Deutlich über der Mindestforderung

Im so genannten Pausenbrot-Fall soll der verurteilte Täter Klaus O. mehr als eine Million Schmerzensgeld an zwei ehemalige Arbeitskollegen und deren Angehörige zahlen. Das hat das Arbeitsgericht am Dienstag (28.07.2020) entschieden.

Geklagt hatten zwei Ex-Kollegen von Klaus O. Über deren Mindestforderungen ging das Gericht deutlich hinaus. Einer der Kläger hatte durch die schleichende Schwermetallvergiftung eine Niere verloren. Der andere war so schwer vergiftet worden, dass er im Anfang des Jahres starb.

Dass Klaus O. dafür verantwortlich war, hielten die Arbeitsrichter für erwiesen. Sie bezogen sich auf dessen rechtskräftige Verurteilung. Er hatte vor dem Arbeitsgericht durch seinen Anwalt die Taten bestritten.

Täter verbüßt lebenslanger Haft

Der 59-jährige Verurteilte kann Berufung gegen das Urteil einlegen. Er verbüßt eine lebenslange Haftstrafe und muss anschließend in die Sicherungsverwahrung. Dazu hatte ihn im März vergangenen Jahres das Bielefelder Landgericht verurteilt.

Videoaufnahmen im Pausenraum hatten Klaus O. überführt. Er hatte laut Urteil mindestens drei Kollegen vergiftet, indem er ihre Pausenbrote und Getränke auf der Arbeit in Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis Gütersloh) unter anderem mit Quecksilber versetzt hatte.

Pausenbrot-Prozess mit Gutachten zum Angeklagten Lokalzeit OWL 26.02.2019 02:18 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR Von Jan-Ole Niermann

Stand: 28.07.2020, 13:52