4.000 Jahre Leben am Toten Meer - Ausstellung in Paderborn

Mosaik mit karthografischer Darstellung des Heiligen Landes.

4.000 Jahre Leben am Toten Meer - Ausstellung in Paderborn

  • Ausstellung in der Kaiserpfalz Paderborn
  • "Leben am Toten Meer - Archäologie aus dem Heiligen Land"
  • Spektakuläre Exponate von renommierten Leihgebern

Ab Freitag (24.7.) zeigt eine Sonderausstellung in der Paderborner Kaiserpfalz unter anderem den laut LWL Jahrtausendfund der Archäologie“: Die mehr als 2.000 Jahre alten Fragmente von Bibelhandschriften aus Qumran. Aber auch 8.000 Jahre alte Textilfunde und Handschriften antiker Gelehrter wie Plinius gehören zu den besonderen Exponaten.

Paderborns und "Archäologie aus dem Heiligen Land"

Martin Kroker vom Museumsteam des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe erklärt: "Paderborn mit seinen engen Verbindungen zur Archäologie und seinen religiösen wie kulturellen Beziehungen zum Heiligen Land erscheint geradezu prädestiniert für eine Ausstellung zum Toten Meer."

Acht Fragmente von Phylakterien aus Qumran. Fragmente der handgeschriebenen Bibeltexte auf Pergament, entstanden vor 70 v. Chr.

Fragmente der handgeschriebenen Bibeltexte aus Qumran (70 v. Chr.)

LWL: "Mehr als Sodom und Gomorra"

Nach Angaben des LWL ist die Sonderausstellung europaweit die erste, die sich umfassend mit 12.000 Jahre Kulturgeschichte in einer scheinbar lebensfeindlichen Region befasst: Natur, Mobilität, Wohnen sind ebenso Themenbereiche wie Machtstrukturen, Gewalt und religiöser Kult.

Zepter aus der "Cave of the Treasure" ("Höhle des Schatzes") im Nahal Mischmar

Kupferne Zepter aus der "Höhle des Schatzes" im Nahal Mischmar

"Ziel der Ausstellung ist es, die Kulturgeschichte dieser lebensfeindlich anmutenden und doch anziehenden Region vorzustellen, die viel mehr bietet als nur Schreckensszenarien wie Sodom und Gomorra", so Museumsleiter Dr. Martin Kroker.

Leben in anziehender aber konfliktreicher Region

Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Zeit zwischen dem 2. Jahrtausend v. Chr. bis zur frühislamischen Epoche. Aber auch das heutige Leben in der Konfliktregion, der Klimawandel und damit das Verschwinden des Toten Meeres sind Themen, mit denen die komplexen Lebensbedingungen vor Augen geführt werden.

Flasche mit Wasser vom Toten Meer, Universität Greifswald, Gustaf-Dalman-Institut

Flasche mit Wasser vom Toten Meer (gesammelt vom Forscher Gustaf Dalman, 1921)

Guter Zustand wegen Salzgehalt in der Region

Die Funde faszinieren laut LWL-Chefarchäologe Prof. Dr. Michael Rind schon allein aufgrund ihres hohen Alters und des ausgezeichneten Erhaltungszustandes. Im Nahen Osten entwickeln sich manche Kulturen deutlich früher als bei uns in Westfalen."

Die rund 350 Exponate stammen von renommierten Leihgebern aus Israel, Oxford und dem British Museum in London. Sie sind bis Mitte November 2020 zu sehen. Ab Samstag, dem 01.08.2020, werden wieder Gruppenführungen angeboten.

Heiliges Land und Totes Meer in einer Ausstellung der Paderborner Kaiserpfalz

Die europaweit erste Sonderausstellung "Leben am Toten Meer - Archäologie aus dem Heiligen Land" des LWL-Museums in der Kaiserpfalz Paderborn zeigt über vier Jahrtausende umfassende Aspekte des Lebens in einer scheinbar lebensfeindlichen Region.

Totes Meer und Küste

Das Tote Meer ist umgeben von einer beeindruckenden Wüstenlandschaft.

Das Tote Meer ist umgeben von einer beeindruckenden Wüstenlandschaft.

Naturalis Historiae. Älteste bekannte Abschrift (5. Jh. n. Chr.) der berühmten Naturgeschichte von Plinius der Ältere (23-79 n. Chr.)

Sechs kupferne Zepter aus der "Cave of the Treasure", der Höhle der Schätze

Bemaltes Kosmetikfläschchen aus Jericho (1650-1550 v. Chr.)

Zu den Ausstellungshighlights zählen acht Fragmente von Phylakterien aus Qumran. Die handgeschriebenen Bibeltexte auf Pergament entstanden vor 70 v. Chr.

Dieser Fund der Höhle von Nahal Mischmar (Israel) wird mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht: ein kupferner Standartenaufsatz.

Dieses Mosaik aus dem 6. Jh. ist die älteste im Original erhaltene Karte des Heiligen Landes und zeigt die Mündung des Jordan in das Tote Meer, Jerusalem, Bethlehem, Jericho, aber auch Dattelpalmen, Balsam, Steinbock und Fische.

Flasche mit Wasser vom Toten Meer, gesammelt vom Forscher Gustaf Dalman, 1921

Propagandainstrument: Der in Rom geprägte Sesterz aus dem Jahr 72 n. Chr. thematisiert die Eroberung Judäas unter Kaiser Vespasian im Jahr n. Chr., in deren Zuge auch der Tempel in Jerusalem durch seinen Sohn Titus zerstört wurde.

Aufgrund der einzigartigen klimatischen Bedingungen am Toten Meer haben sich auch die Farben der Textilien - hier ein römisches Tuch aus Wolle - hervorragend erhalten.

Stand: 24.07.2020, 08:11