Radnici na građevini

Explodierende Baukosten treffen OWL-Wohngenossenschaften hart

Stand: 08.06.2022, 13:35 Uhr

Die angespannte Lage im Bausektor schlägt auf Wohnungsgenossenschaften in OWL durch. Wegen immens gestiegener Baukosten werden mittlerweile Neubauprojekte auf Eis gelegt.

Explodierende Baukosten wegen hoher Zinsen, gestiegener Materialpreise, unterbrochener Lieferketten – aus vielerlei Gründen werden Bauprojekte immer schwieriger.

Das bekommen Privatleute seit Monaten schmerzhaft zu spüren – und nicht erst seit Kriegsausbruch in der Ukraine. So können zu ursprünglich errechneten Baukosten von rund einer halben Million Euro schnell mal ein-, zweihunderttausend Euro dazukommen. Das tut schon bei nur einem geplanten Bauobjekt richtig weh.

Probleme nicht nur für Privatleute

Wohnungsgenossenschaften, die gleich mehrere oder wesentlich größere Projekte vorhaben, müssen dagegen schnell mal um Millionen steigende Kosten befürchten.

Der Geschäftsführer der Bielefelder Baugenossenschaft „gbb“ sagte dem Westdeutschen Rundfunk, man werde bereits begonnene Projekte selbstverständlich nicht stoppen, sondern zum Abschluss bringen. Auch wolle man weiterhin Neubauprojekte angehen. Aber etwas auf die Bremse treten werde man schon.

Neubauprojekt auf Eis gelegt

Die Reißleine gezogen hat man hingegen bereits bei einer anderen Wohngenossenschaft, dem Bielefelder Wohnungsverein. Die vergleichsweise kleine Genossenschaft besitzt etwa 600 Wohnungen. Auf einem Altenhagener Grundstück des Vereins sollte nächstes Jahr neu gebaut werden.

Pläne für mehrere Mehrfamilienhäuser lagen bereits vor, eine Bauvoranfrage bei der Stadt war auch gestellt. Doch wegen der explodierenden Kosten ist der Verein erst einmal von dem Vorhaben zurückgetreten. Man wolle zwar weiterhin bauen. Aber ob und wann man das Projekt realisieren könne, sei angesichts der derzeitigen Situation unklar, sagte Geschäftsführer Jörg Kuhlmann dem WDR.

Vorsichtige Hoffnung

Er äußerte aber auch Hoffnung: Irgendwann einmal müsse der momentane Hype um das Bauen ja abflauen. Spätestens, wenn wegen der horrenden Kosten niemand mehr bauen könne, würden sich Anbieter und Abnehmer schließlich wieder aufeinander zu bewegen müssen.

Zurückhaltung auch in Gütersloh

Der Gemeinnützige Bauverein Gütersloh bewirtschaftet rund 1.800 Mietwohnungen. Auch dort ist man angesichts der aktuellen Situation zurückhaltend. Aus der Geschäftsführung hieß es, zwar würde ein bereits begonnenes Bauprojekt jetzt noch abgeschlossen. Danach würden allerdings bis auf Weiteres nur noch fällige und notwendige Renovierungsarbeiten vorgenommen.

Über das Thema berichten wir auch heute Abend um 19:30 Uhr in der Lokalzeit OWL im WDR-Fernsehen.