Kreise und Städte in OWL wollen sich besser auf Klimafolgen vorbereiten

Unwetterschäden mit katastrophalem Ausmaß

Kreise und Städte in OWL wollen sich besser auf Klimafolgen vorbereiten

Ostwestfalen-Lippes Kreise und Städte wollen sich besser auf Starkregen und Hochwasser vorbereiten. Langfristige Konzepte sollen Bürgerinnen und Bürgern im Ernstfall helfen, sich zu schützen.

Auf einer gemeinsamen Konferenz bei der Detmolder Bezirksregierung haben sich die Verwaltungsspitzen aus OWL über Strategien und Konzepte ausgetauscht.

Städte und Gemeinden sollen künftig bei Starkregen besser reagieren können, um Hochwasser und Überschwemmungen zu vermeiden. Paderborns Landrat Christoph Rüter bringt die Idee auf den Punkt: "Die Menschen müssen wissen, wie sehr ihr Haus und Boden gefährdet sind und wie sie sich bei Starkregen zu verhalten haben."

"Klimarobust" in die Zukunft

Die Verantwortlichen wollen auch über kommunale Grenzen hinweg denken, um den Folgen des Klimawandels entgegen zu treten.

Der Sprecher der ostwestfälisch-lippischen Landräte, Sven-Georg Adenauer, betont, wie wichtig diese Zusammenarbeit ist: "Das Ziel aller Verantwortlichen bei Kommunen und auch bei den Kreisen ist, die Bevölkerung bestmöglich auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten, so dass sie 'klimarobust' in die Zukunft gehen kann.“

Deichbau in OWL

WDR 4 12.07.2021 02:11 Min. Verfügbar bis 12.07.2022 WDR 4


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Individuelle Konzepte zum Klimaschutz

Die Kreise und Städte in der Region haben unterschiedliche Konzepte entwickelt, um dem Klimawandel und damit auch Starkregen-Ereignissen vorzubeugen.

So hat die Stadt Bielefeld mittlerweile eine Starkregengefahrenkarte für das gesamte Stadtgebiet und ein Klimaanpassungskonzept beschlossen. Künftig sollen zum Beispiel mehr Hausdächer begrünt werden, wodurch bei Regen mehr Wasser aufgefangen werden soll.

Die Kreise Güterloh und Herford arbeiten aktuell noch an Klimaschutzkonzepten, die sich mit dem Thema Starkregen und Hochwasser befassen. Herfords Landrat Jürgen Müller erklärt: "Wir sind ein fließender Kreis – über 800 Kilometer Fließgewässer verteilen sich im Kreis Herford. Hochwassersituationen sind uns nicht fremd – dennoch wollen wir den Schutz optimieren und auch einen stärkeren Blick auf Starkregenereignisse haben."

Teilnahme am Projekt "Evolving Regions"

Die Kreise Lippe und Minden-Lübbecke nehmen an dem Projekt "Evolving Regions" teil, das sich damit befasst, wie sich Städte auf Ereignisse wie Hitze, Starkregen, Hochwasser und Trockenheit besser vorbereiten können.

Insgesamt acht Partnerregionen in Deutschland und den Niederlanden arbeiten zusammen, um die Maßnahmen für den Ernstfall zu verbessern. Auch technische Möglichkeiten spielen dabei eine Rolle.

Sirenen im Kreis Höxter

Im Kreis Höxter sind schon seit zehn Jahren flächendeckend rund 160 Sirenen verteilt, die von der Feuerwehr im Ernstfall digital ausgelöst werden können, um Bürgerinnen und Bürger zu warnen.

Der Kreis Paderborn hat im Bereich technischer Hochwasserschutz mehrere Hochwasserrückhaltebecken gebaut und Renaturierungsmaßnahmen eingeleitet. So soll das Wasser von der Landschaft aufgenommen werden, damit Städte nicht überflutet werden.

Durch eine enge Zusammenarbeit wollen künftig alle Kreise und Kommunen in OWL voneinander profitieren, um auf Starkregen und Hochwasser besser vorbereitet zu sein.

Wetterextreme weltweit - wie können wir uns rüsten?

WDR 5 Presseclub 25.07.2021 01:00:11 Std. Verfügbar bis 25.07.2022 WDR 5


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Stand: 24.09.2021, 06:22