Alona (rechts) und ihre Schwester Oleksandra sind zusammen mit ihrer Mutter im Haus Hohensonne angekommen. Alona feiert ihren 12. Geburtstag mit Geschenken und einer Geburtstagstorte

Stiftungen aus OWL nehmen Geflüchtete mit Behinderung auf

Stand: 24.03.2022, 10:00 Uhr

Tausende Flüchtlinge aus der Ukraine sind bereits in Bielefeld und anderen Städten in OWL eingetroffen. Nicht nur Frauen und Kinder fliehen vor den russischen Bomben, sondern auch Menschen mit Behinderungen.

Über Polen sollen weitere Geflohene nach Deutschland und OWL geholt werden. Die Bodelschwinghschen Stiftungen in Bethel erwarten insgesamt eine Gruppe von 130 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

In 27 Fahrzeugen - mit zum Teil Spezial-Equipment für den Liegetransport - sind 34 teilweise schwerstbehinderte Menschen bis Mittwochabend in Bielefeld angekommen. Die ersten Fahrzeuge haben Bethel gegen 16 Uhr erreicht.

Fahrzeuge erreichen OWL

Die Kinder wurden gleich medizinisch betreut und sollen jetzt zur Ruhe kommen können. Alle waren nach der Flucht in einem guten gesundheitlichen Zustand, haben Ärzte festgestellt, sagt Sandra Waters, Geschäftsführerin bei Bethel-regional. Die Kinder stammen aus einem Heim in Kiew, über ihre Eltern sei nichts bekannt.

Donnerstag sollen weitere 77 ukrainische Kinder mit Behinderungen und ihre Betreuerinnen in Bethel ankommen. Um die Angekommenen gut zu unterstützen, setzt Bethel auch auf Freiwillige und sucht noch Hilfe.

Bereits geflüchtete Familien von Stiftung aufgenommen

Die Stiftung "Eben-Ezer" in Lemgo gehört seit Anfang des Jahres zu Bethel und konnte bereits vergangene Woche geflüchtete Familien mit behinderten Kindern in einem barrierefreien Haus unterbringen.

Die Stiftung ist bereit, weitere Menschen mit Behinderungen und deren Begleitpersonen aufzunehmen. Insgesamt wurden 35 Plätze für Familien oder Teilfamilien vorbereitet.

Familien können Alltag frei gestalten

Nach der Ankunft und der Sicherstellung der medizinischen Versorgung gestalten die Familien ihren Alltag weitestgehend eigenständig. Unterstützung bei der Eingewöhnung sowie bei Einkäufen und Amtsbesuchen erhalten sie unter anderem von engagierten Ehrenamtlichen.

Dennoch werden weitere Helfende benötigt - ebenso Hilfsmittel wie zum Beispiel Rollstühle und natürlich Geldspenden.

Über dieses Thema berichteten wir am 23.03.2022 im WDR Fernsehen in der Lokalzeit OWL um 19.30 Uhr und im Radio auf WDR 2 in der Lokalzeit.