Unwetter: Aufräumarbeiten in Kalletal durch Schlamm-Massen erschwert

Unwetter: Aufräumarbeiten in Kalletal durch Schlamm-Massen erschwert

  • Schlamm-Massen erschweren Aufräumarbeiten
  • Tiefbrunnen-Pumpe wurde ausgetauscht
  • Bewohner sollen Wasser abkochen

Nach einem Unwetter in Kalletal-Hohenhausen (Kreis Lippe) werden die Aufräumarbeiten am Donnerstag (17.10.2019) durch Schlamm-Massen erschwert. Der Schlamm verstopft immer wieder die Pumpen der Feuerwehr.

Außerdem sollen die Bewohner sicherheitshalber ihr Trinkwasser vorerst abkochen und Wasser mehrere Minuten lang durch alle Hähne laufen lassen – bis das Wasser klar aus den Leitungen kommt. Darauf macht der örtliche Wasserversorger aufmerksam.

Beim Unwetter in der Nacht zum Mittwoch (16.10.2019) war durch Blitzeinschlag die Pumpe eines Tiefbrunnes zerstört und daraufhin ausgetauscht worden. Bei rund 3.500 Haushalten war zeitweise die Trinkwasserversorgung ausgefallen.

Der Bürgermeister der Stadt Brakel hat inzwischen Gespräche mit Bürgern angekündigt, wie in Zukunft solche Extremsituationen vermieden werden könnten.

Bahnverkehr eingeschränkt

Auf der Regionalbahnstrecke der Egge-Bahn (RB 84) und Oberweser-Bahn (RB 85) kommt es auch weiterhin zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr. "Der Streckenabschnitt zwischen Paderborn und Ottbergen ist aufgrund der Nachwirkungen des Unwetters bis auf Weiteres gesperrt", heißt es von der Nordwestbahn. Es wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Starkregen und Straßensperren

Am Dienstagabend hatte gegen 23 Uhr Starkregen eingesetzt. Schon eine Stunde später standen vor allem im Kreis Höxter Gebäude unter Wasser. In Brakel-Erkeln waren rund 50 Keller oder Garagen vollgelaufen. Sven Heinemann von der Feuerwehr Brakel sprach gegenüber dem WDR von einem "Bild der Verwüstung" im Ortsteil Erkeln.

Viele Bundes- und Landesstraßen hatten gesperrt werden müssen, weil sie von bis zu 30 Zentimeter hohen Schlammlawinen überspült worden waren. Durch die Beverunger Ortschaft Amelunxen im Kreis Höxter zog sich eine 1,5 Kilometer lange zentimeterdicke Schlammschicht.

Auf der Bundesstraße 64 waren die Schlamm-Massen so dicht, dass die Feuerwehr um Hilfe bitten musste, um die Straße wieder frei zu bekommen: Das Ordnungsamt schickte einen Schneeschieber.

Hinweis: In einer früheren Version berichteten wir, dass die Nordwestbahn keinen Schienenersatzverkehr einrichtet. Diese Information war falsch.

Stand: 17.10.2019, 11:36