Mehr Gewalt im Amateur-Fußball

Mehr Gewalt im Amateur-Fußball

  • Schlägereien in den Amateurligen werden zur Regel
  • Westfälischer Fußballverband schockiert über zunehmende Gewalt
  • Pro Wochenende in Westfalen etwa 80 Spielabbrüche

In den Fußball-Amateurligen der Region Ostwestfalen-Lippe hat die Gewalt in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Das hat der Westfälische Fußballverband auf WDR-Anfrage mitgeteilt. Beleidigungen und Massenschlägereien, die teilweise sogar zu Spielabbrüchen führen, seien im Jahr 2018 an der Tagesordnung gewesen.

Sportgericht verhandelt immer mehr Fälle

Besonders viele Vorfälle gab es in Bielefeld. Das dortige Sportgericht hat allein in den vergangenen sechs Wochen neun Sperren oder Geldstrafen gegen aggressive Kreisliga-Spieler, unfaire Mannschaften und Betreuer verhängt. Im Fußballkreis Detmold landeten bis zur Winterpause sechs Fälle vor dem Sportgericht. Das sind bereits jetzt, also am Ende der Hinrunde, doppelt so viele Vorfälle wie in der gesamten vergangenen Saison in Detmold.

Forderungen nach längeren Spielersperren

Die Gewalt auf so vielen Plätzen sei abstoßend, heißt es vom Westfälischen Fußballverband. Jedes Wochenende würden etwa 80 Amateurspiele in Westfalen wegen Gewalt oder Drohungen abgebrochen. So würde zum Beispiel auf am Boden liegende Spieler eingetreten und es würden Schiedsrichter und Zuschauer übel beleidigt und geschlagen.

Der Fußballverband überlegt, besonders aggressiven Mannschaften Punkte abzuziehen. Sperren gegen einzelne, gewalttätig gewordene Spieler, seien dagegen wenig wirksam. Die Spieler würden zum Teil einfach unter anderem Namen, also auf dem Pass eines anderen Spielers weiter eingesetzt.

Stand: 19.12.2018, 11:26