Bio-Lebensmittel in OWL: Absatz fast verdoppelt

Tiefgefrorenes vorgeschnittenes Bio-Gemüse, sortiert in Fächern, während der BioFach-Messe in Nürnberg.

Bio-Lebensmittel in OWL: Absatz fast verdoppelt

  • Absatz für Bio-Lebensmittel hat sich teilweise verdoppelt
  • Corona-Krise trägt zu hohen Verkaufszahlen bei
  • Nachfrage nach regionalen Produkten steigt

Bio-Lebensmittel sind seit Beginn der Corona-Krise in Ostwestfalen-Lippe stark nachgefragt. In Supermärkten und auch bei den Bio-Hofläden in der Region habe sich der Absatz teilweise verdoppelt, teilen Branchensprecher mit.

Herausforderungen für die Landwirte

"Besonders im Gemüse erfreuen wir uns über große Wachstumszahlen. Auch das macht natürlich Mut. Wenn es auch eine Herausforderung ist für die regionalen Bioerzeuger, tatsächlich jetzt diese Mehrmengen zu produzieren", so Stefanie Strotdrees aus Harsewinkel. Sie sitzt im Präsidium des Bioland-Verbandes und betreibt selbst einen Bauernhof mit Hofladen.

Regionale Lebensmittel stehen im Fokus

Auch die Supermarkt-Kette Schenke in Bielefeld und Gütersloh sowie der Unternehmensverbund Edeka Minden-Hannover vermelden eine starke Nachfrage nach Bio-Produkten seit März. Vor allem regionale Lebensmittel sind besonders gefragt.

Top 10: Diese Produkte sollten Sie bio kaufen

Am liebsten würde man ja 100 Prozent bio einkaufen - aber wer kann sich das schon leisten? Im Alltag müssen Prioritäten her. Diese zehn Alltagsprodukte sollten bio sein.

Saisongemüse März

Feldsalat: Konventionelle Feldsalate sind laut Öko-Test häufig mit besonders gefährlichen Pestiziden belastet. Der Winter-Salat wird oft in Treibhäusern oder Folientunneln angebaut. Die empfindlichen Pflanzen stehen dort dicht nebeneinander und werden daher unter anderm mit dem Pilzgift Iprodion gespritzt. Bio-Produkte können unter Umständen mit einem zugelassenen Insektenbekämpfungsmittel behandelt worden sein, das von Kritikern als schädlich für Bienen eingestuft wird. Bio-Anbauverbände wie Demeter und Bioland verzichten auch darauf.

Feldsalat: Konventionelle Feldsalate sind laut Öko-Test häufig mit besonders gefährlichen Pestiziden belastet. Der Winter-Salat wird oft in Treibhäusern oder Folientunneln angebaut. Die empfindlichen Pflanzen stehen dort dicht nebeneinander und werden daher unter anderm mit dem Pilzgift Iprodion gespritzt. Bio-Produkte können unter Umständen mit einem zugelassenen Insektenbekämpfungsmittel behandelt worden sein, das von Kritikern als schädlich für Bienen eingestuft wird. Bio-Anbauverbände wie Demeter und Bioland verzichten auch darauf.

Spinat: Auch wenn in Spinat weniger Eisen ist, als gedacht: Oft ist Spinat aus der Tiefkühltruhe mit dem Schwermetall Cadmium belastet, auch Nitrat wird in hohen Dosen gefunden. Bio-Spinat schneidet bei Untersuchungen in der Regel deutlich besser ab.

Frische Kräuter: Bei der Produktion von Bio-Kräutern werden ausschließlich organische Dünger verwendet, die konventionelle Landwirtschaft setzt stärker auf mineralische Dünger wie Magnesium, Phosphor und Kali. Zudem wird sehr häufig mit Pflanzenschutzmittel gearbeitet. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sind einige Kräuter über die Grenzwerte hinaus mit Pflanzengiften belastet. Frische Kräuter zählten in den letzten Jahren zu den am häufigsten beanstandeten Lebensmitteln. Zu den Herkunftsländern frischer Kräuter mit den höchsten Beanstandungsquoten gehören laut BVL Spanien (50 %), gefolgt von Thailand (18,8 %) und Italien (18,5 %). Da es für Kräuter jedoch keine verpflichtenden Herkunftsangaben gibt, geht man beim Bio-Kauf auf Nummer sicher.

Fleisch: Fleisch sollte immer bio sein, so Ökotrophologin Stefanie Limbach. Zum einen wird beim ökologischen Anbau auf Antibiotika verzichtet, zum anderen wird mehr auf das Tierwohl geachtet. Allerdings gibt es auch beim EU-Bio-Fleisch Massentierhaltung. Will man wirklich tiergerechte Haltung fördern, so muss man tiefer in die Tasche greifen und zum Fleisch der Anbauverbände wie Demeter oder Bioland greifen.

Bohnen mit Hülsen: Hülsenfrüchte sind sehr wetterempfindlich und werden daher zu 90 Prozent aus dem Ausland importiert. Grüne Bohnen sind zudem relativ oft mit Pestiziden belastet. Laut Verbraucherzentrale gehören sie zu den Erzeugnissen mit den meisten Beanstandungen. Oft kommt im Anbau der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat zum Einsatz. Im Bio-Anbau wird darauf verzichtet.

Paprika: Das laut BVL am häufigsten mit Pestiziden belastete Gemüse in deutschen Supermärkten ist Paprika. Über fünf Prozent der untersuchten Proben aus der konventionellen Landwirtschaft waren über die Grenzwerte mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Proben aus dem ökologischen Anbau wurden vom BVL nicht beanstandet.

Banane: "Pestizid-Weltmeister" nennt sie Öko-Test. Nach dem Schälen von konventionellen Bananen sollte man sich daher unbedingt die Hände waschen. Die in den Produktionsländern eingesetzten Pflanzenschutzmittel belasten aber nicht nur die Stauden selbst, sondern auch das gesamte Anbaugebiet und die Plantagen-Arbeiter, die oft ohne Schutzkleidung ernten. Alle getesteten Bio-Bananen schnitten sehr gut bis gut ab.

Beerenobst: Das BVL hat in fast 80 Prozent von konventionellen Erdbeer- und Brombeer-Proben Rückstände verschiedener Pestizide nachgewiesen. Bei Johannesbeeren waren es sogar fast 90 Prozent. Die Beeren gehören zu den Top-3-Lebensmitteln mit den prozentual meisten Mehrfachrückständen. Wer hier nicht bio kauft, kann sich also fast sicher sein, einen Cocktail von Pflanzengiften mitzuverzehren.

Trauben: Im konventionellen Anbau gehören Trauben zu den Früchten, bei denen besonders oft Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Gleichzeitig nehmen sie im Vergleich zu vielen anderen Früchten deutlich größere Mengen der Spritzgifte durch ihre Haut auf.

Tee: Egal ob schwarz oder grün: Tee ist der Spitzenreiter der beanstandeten Lebensmittel. Vor allem, weil der Höchstgehalt von Trimesium in vielen Fällen überschritten wird. Immer wieder werden auch sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PA) gefunden, diese können zu Leberschädigungen und Leberkrebs führen. Einige Pflanzen, wie das Jakobskreuzkraut, produzieren PA, um sich vor Fressfeinden und Schädlingen zu schützen. Bei der maschinellen Ernte können Unkräuter, die zwischen den Teekräutern wachsen, mit in das Erntegut gelangen.

Stand: 02.06.2020, 06:08