Kein Personenschutz durch Staatsschutz für jüdischen Zeugen

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, Matitjahu Kellig

Kein Personenschutz durch Staatsschutz für jüdischen Zeugen

  • Zeuge als "frecher Jude" beschimpft
  • Weiteres Verfahren gegen Sascha Krolzig
  • Zeuge fühlt sich bedroht

In einem Prozess gegen den Bundesvorsitzenden der rechtsextremen Partei "Die Rechte", Sascha Krolzig, will der Staatsschutz einem jüdischen Zeugen keinen Personenschutz stellen. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, Matitjahu Kellig, hatte Krolzig angezeigt, weil der ihn als "frechen Juden" bezeichnet hatte.

Zweites Verfahren in derselben Sache

Am Donnerstag (10.10.2019) soll bereits zum zweiten Mal gegen den bereits mehrmals vorbestraften Rechtsextremen verhandelt werden. Der hatte Berufung gegen ein Urteil des Amtgerichts eingelegt. Das hatte ihn wegen Volksverhetzung zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt.

Wie damals hat der Rechtsextreme auch diesmal seine Anhänger aufgerufen, zum Prozess zu kommen. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde fühlt sich daher bedroht.

Doch der Staatsschutz in Bielefeld sieht keine Gefahr, weil am ersten Prozesstag alles ruhig geblieben sei. Der Zeuge hält die Rechten jedoch für unberechenbar und gewalttätig.

Stand: 09.10.2019, 16:38

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