Datenbox des Halterner Windrades geborgen

Ein blauer Kran am zerstörten Windrad im Wald.

Datenbox des Halterner Windrades geborgen

Der Windkraftanlagenbauer Nordex hat am Mittwoch in den Trümmern des in Haltern eingestürzten Windrades die so genannte Bottom Box geborgen.

Die Daten des Gerätes sollen nun ausgelesen werden, davon erhofft sich Nordex mögliche Erkenntnisse zur Unglücksursache. Die Datenauswertung erfolge gemeinsam mit Gutachtern, parallel würden vor Ort Turmsegmente und die Rotorblätter im Detail analysiert. Die Suche nach der Ursache für die Havarie wird nach einhelliger Meinung aller Beteiligten längere Zeit in Anspruch nehmen.

Ähnlich einer Black Box in Flugzeugen

Abrissarbeiten am zerstörten Windrad im Wald

Mit einer Klammer an einem Stahlseil werden Teile abgerissen.

Die Bottom Box ist ähnlich wie eine Black Box in Flugzeugen. Es werden also fortlaufend wichtige Daten in dem extrem stabilen Kasten aufgezeichnet, zum Beispiel zur Windstärke und zur Stromproduktion. Vor der Bergung war die Unfallstelle gesichert worden. Ein Kran und ein Bagger hatten die Windradruine eingerissen.

Boden durch Schmierstoffe verunreinigt

Eingestürztes Windrad liegt im Wald. Zwei Männer stehen davor und inspizieren die Lage.

Die Trümmerteile werden untersucht

Unterdessen geht der Kreis Recklinghausen davon aus, dass nach dem Einsturz des Windrades am Mittwochabend voriger Woche eine größere Menge Boden abgetragen werden muss. Es geht um Schmierstoffe, die unter anderem aus der zerschellten Turbinen-Kuppel ausgelaufen sind.

Zwischenzeitlich hat der Energieversorger RWE mitgeteilt, dass bereits im August ein Material-Schaden an einer identischen Anlage in Jüchen aufgetreten ist. Diese werde nun demontiert und die Statik der Anlage neu berechnet.

Windrad bei Haltern eingestürzt

In Haltern am See ist am Mittwochabend ein Windrad umgestürzt. Die rund 240 Meter hohe Anlage war in den umliegenden Wald gekracht. Verletzt wurde niemand.

Nordrhein-Westfalen, Haltern am See: Reste des Turms einer Windenergieanlage stehen im Wald. Das fast 240 Meter hohe Windrad ist in sich zusammengestürzt.

Das umgestürzte Windrad wurde am Mittwochabend gegen 18.30 Uhr von einem Jäger auf einem Hochsitz entdeckt, der daraufhin die Einsatzkräfte verständigte.

Das umgestürzte Windrad wurde am Mittwochabend gegen 18.30 Uhr von einem Jäger auf einem Hochsitz entdeckt, der daraufhin die Einsatzkräfte verständigte.

Nach dem Einsatz von Polizei und Feuerwehr noch am Mittwochabend zeigen Drohnenbilder am Donnerstag das Ausmaß der Zerstörung

Sachverständige machen sich vor Ort ein Bild von der Lage.

Eine benachbarte Anlage gleichen Typs wurde sicherheitshalber abgestellt.

Das Gebiet rund um das eingestürzte Windrad wurde abgesperrt.

Überall liegen die Trümmer des Windrades, das erst in diesem Jahr fertiggestellt wurde.

Die riesigen Trümmerteile liegen teils direkt am Sockel der Anlage, teils im Wald.

Das Windrad vom Hersteller Nordex wurde von den Stadtwerken Haltern und einer Tochter der Ruhrkohle AG betrieben. Sie gehen von 6 Millionen Euro Sachschaden aus.

Haltern Bürgermeister Andreas Stegemann zeigte sich bei einem Besuch der Unglücksstelle entsetzt darüber, dass ein solches Unglück überhaupt möglich ist.

Eigentlich hätte das Windrad am Donnerstag (30.09.2021) offziell eingeweiht werden sollen. Jetzt stehen nur noch die ersten, rund 20 Meter.

Stand: 06.10.2021, 17:27