Gift auf Pausenbrot: 21 mögliche weitere Fälle

Gift auf Pausenbrot: 21 mögliche weitere Fälle

  • 21 Todesfälle in Schloß Holte-Stukenbrock werden überprüft
  • Mutmaßlicher Serientäter könnte Kollege sein
  • Vergiftetes Pausenbrot war im Mai aufgefallen

In einer Firma im ostwestfälischen Schloß Holte-Stukenbrock prüft eine Mordkommission rückwirkend 21 Todesfälle. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter, die vor ihrem Eintritt in den Ruhestand gestorben waren, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch (27.06.2018) mitteilten.

Exhumierungen könnten nötig werden

Die Betroffenen seien auffallend oft an Herzinfarkten und Krebserkrankungen gestorben. Ursache dafür könnte laut einem vorläufigen Gutachten des Landeskriminalamtes (LKA) eine Schwermetallvergiftung sein, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Eventuell könnten sogar Exhumierungen notwendig werden.

Pulver auf Pausenbrot erwies sich als Gift

Vorangegangen war ein Vorfall in dem Unternehmen im Mai dieses Jahres. Ein Mitarbeiter hatte ein verdächtiges weißes Pulver auf seinem Pausenbrot entdeckt. Laut LKA war es giftiges Bleiacetat. Es kann zu schweren Organschäden führen.

Ein 56-Jähriger konnte im Mai gefasst werden. Eine Videoaufzeichnung des Unternehmens hatte den Tatverdächtigen überführt. Es handelt sich um einen Mitarbeiter, der zu den Vorwürfen und seinem Motiv schweigt. In seinem Wohnhaus fanden die Ermittler Hinweise, dass er offenbar seit längerem versucht hat, Gift herzustellen. Bei zwei weiteren Krankheitsfällen in der Firma hatte sich der Verdacht einer Schwermetallvergiftung ergeben.

Gift auf Pausenbrot: Verdachtsmomente in 21 Fällen

WDR 2 27.06.2018 04:00 Min. WDR 2

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Stand: 27.06.2018, 12:46

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