Amazon-Verteilzentrum in Wenden geht an den Start

Stand: 18.11.2021, 10:55 Uhr

Der Internethändler Amazon eröffnet ein neues Verteilzentrum in Wenden-Gerlingen. Das Weihnachtsgeschäft für Südwestfalen soll dann größtenteils darüber abgewickelt werden.

Der Internethändler startet erstmal langsam: 100 Mitarbeiter beginnen zum Start des Zentrums ihren Dienst. Der Betrieb soll dann wochenweise hochgefahren werden. Später sollen 170 Beschäftige Tag und Nacht arbeiten.

60.000 Pakete am Tag

Ziel ist es, 60.000 Pakete jeden Tag umzuschlagen. Nachts rollen LKW heran, laden aus. Und vormittags kommen Transporter und verteilen die Ware im Umkreis von 70 Kilometern. Auf einer Gewerbefläche eines ehemaligen Logistikunternehmens wurde das Amazon-Verteilzentrum innerhalb von 9 Monaten gebaut.

Es liegt im Industriegebiet nahe der Autobahn. Allerdings muss der Verkehr immer durch die hoch belastete Gerlinger Ortsdurchfahrt. Auf der Landstraße werden jetzt schon pro Tag 20.000 Fahrzeuge gezählt.

Fahrer nicht bei Amazon angestellt

In wenigen Wochen will Amazon täglich bis zu 600 Transporter im Umkreis von 70 Kilometern einsetzen. Die Fahrer sind nicht bei Amazon angestellt, sondern bei verschiedenen Lieferdiensten.

Dieses Modell finden Politikerinnen und Politiker und vor allem Gewerkschaften nicht gut. Sie verweisen auf schlechte Bezahlung und prekäre Beschäftigungsverhältnisse.

Verkehrskollaps befürchtet

Wegen der vielen Fahrzeuge befürchtet die Gemeinde Wenden einen Verkehrskollaps. Amazon könnte jeden Tag bis zu 6000 Fahrten durch Gerlingen schicken. Dagegen haben Anwohner protestiert.

Deshalb sollte langfristig ein zusätzlicher direkter Autobahnanschluss entstehen. Das lehnt die zuständige Behörde, die neue Autobahn GmbH aber ab. Jetzt geht es darum, eine Ortsumgehung zu bauen.

Umleitung über Landstraße

Der Verkehr soll von der Landstraße um Gerlingen herum direkt durchs Gewerbegebiet führen. Das wär das beste sagt Bürgermeister Bernd Clemens (CDU). Allerdings ist dazu auch eine Unterführung ähnlich einem Tunnel notwendig und das kann dauern. 

"Wenn alle Behörde gut zusammen arbeiten und wir richtig Gas geben, könnte es in 6 bis 8 Jahre gelingen", so der Bürgermeister. "Schneller geht es nicht." Vorerst müssen sich die Gerlinger also auf mehr Verkehr und mehr Lärm einstellen.