Kleineres Gehege für Wisente als Kompromiss?

Ministerin Heinen-Esser

Kleineres Gehege für Wisente als Kompromiss?

Von Corina Wegler

  • Neue Variante – kleinere Fläche für die Tiere
  • Gehege auf Zeit als Kompromiss
  • Ministerin: Projektende gibt es nicht

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser hat bei einer Diskussion über das Wisent-Projekt am Mittwoch (26.2.2020) in Schmallenberg einen neuen Kompromiss-Vorschlag gemacht: Danach sollen die Tiere in einem gut 505 Hektar großen Gelände eingezäunt werden. Das sind 325 Hektar weniger als im ersten Vorschlag vorgesehen.

Karte mit Abgrenzungsvorschlag für Wisente

Viele Diskussionsteilnehmer waren mit Protestplakaten und Bannern angereist. Insbesondere aus dem Schmallenberger Ort Latrop. Das Dorf wäre besonders betroffen, wenn die erste Einzäunungsvariante umgesetzt wird. Nach dem neuen Vorschlag bleibt Latrop aber weitgehend verschont.

Neue Einzäunungsalternative

In beiden Kompromiss-Varianten liegt der größte Teil des eingezäunten Wisent-Geheges im Staatswald auf Schmallenberger Gebiet. "Die Wisente werden dort wie im Privatwald die Buchen schälen. Das sind Steuergelder, die vernichtet werden", meinte Josef Schreiber vom Landwirtschaftlichen Kreisverband.

Kein Projektabbruch vorgesehen

Landwirte, Waldbesitzer, Rat und Tourismus fordern, das Wisent-Projekt zu beenden. Aber: "So ein Artenschutzprojekt kann nicht einfach abgebrochen werden", meint die Ministerin.

Für sie gibt es zwei Alternativen: Entweder der Zaun als Kompromiss kommt oder das Projekt bleibt, wie es ist, nämlich mit freilebenden Wisenten.

Heinen-Esser zur Wisent-Diskussion

00:22 Min. Verfügbar bis 27.02.2021

Die Wisente sollen nach dem neuen Vorschlag für drei bis fünf Jahre auf der 505 Hektar kleinen, eingezäunten Fläche leben. In dieser Zeit soll ein wissenschaftliches Gutachten Fakten für die endgültige Entscheidung liefern.

Michael Emmerich, Sprecher des Wisent-Projektes, betonte schon jetzt, dass der Verein auf lange Sicht nur mit freilebenden Tiere weitermachen werde: "Für ein Gatterprojekt sind wir nicht zu haben." 

Stand: 27.02.2020, 08:01